Sex-Studie: So oft haben Deutsche Sex – Die diesem Artikel zugrunde liegende Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und des Sozialforschungsinstituts Kantar rühmt sich, die erste bundesweite Studie zu Sexualität und Gesundheit zu sein. Und wie der Blick in die deutschen Schlafzimmer zeigt, gib es in einigen Bereichen durchaus Nachholbedarf.

Auf der Habenseite steht aber zunächst einmal, dass die meisten Deutschen regelmäßig Geschlechtsverkehr haben. Erwartungsgemäß treiben es die 18 bis 35-jährigen Frauen und Männer mit fünfmal pro Monat etwas bunter als die 36- bis 55-Jährigen mit viermal pro Monat.

Die mit Abstand am häufigsten genannten heterosexuellen Praktiken sind dabei der vaginale Geschlechtsverkehr sowie der Oralverkehr. Zwar gehe die sexuelle Aktivität mit dem Alter zurück, allerdings suchen sich immer mehr ältere Deutsche neue Partner auch über digitale Medien. 

Menschen in einer festen Partnerschaft haben im Schnitt mehr Sex als Alleinstehende. Mit 20 Prozent gab gerade mal ein Fünftel an in den letzten vier Wochen keinen Sex gehabt zu haben, während es bei den Singles ganze 77 Prozent waren.

44 Prozent der Männer und 42 Prozent der Frauen in der Altersklasse 18 bis 25 erleben das berühmte „erste Mal“ noch vor dem 17. Geburtstag, die Mehrheit der Deutschen entsprechend später. Ein Wert, der sich seit Jahrzehnten nicht wesentlich verändert hat. Ausnahme ist jedoch der Jahrgang 1944 bis 1953, also die aktuell 66- bis 75-jährigen, in dem gerade Mal einem Fünftel die ersten sexuellen Erfahrungen vor dem 17. Geburtstag vergönnt waren.

Was die Anzahl der Sexualpartner betrifft, tun sich die Männer (im heterosexuellen Kontext) mit durchschnittlich 9,8 Partnerinnen hervor, während es derer bei den Frauen im Schnitt bloß 6,1 sind. Nun sollte man meinen, dass die Angaben in etwa übereinstimmen müssten, die Forscher gehen jedoch davon aus, dass Männer gerne etwas dicker auftragen, die Frauen dagegen immer noch ein eher negatives Stigma bei der Angabe hoher Partnerzahlen befürchten und von daher etwas tiefer stapeln.

Im Zuge der Untersuchung, an der insgesamt 4.955 Erwachsene im Alter von 18 bis 75 Jahren (2.336 Männer und 2.619 Frauen) teilnahmen, wurden Themen wie Sexualverhalten, Liebe und Partnerschaft, aber auch sexuell übertragbare Krankheiten und Erfahrungen mit sexueller Gewalt abgefragt.

Und wie sich herausstellte, scheint die sexuelle Gesundheit in Deutschland nach wie vor ein Tabuthema zu sein. Den Ergebnissen zufolge waren sexuell übertragbare Infektionen für lediglich 21 Prozent der Männer und 31 Prozent der Frauen schon einmal Thema beim Arztbesuch.

Zwar seien Aids und HIV der großen Mehrheit der Bevölkerung (71 Prozent) bekannt, allerdings gaben nur wenige Studienteilnehmer zu Protokoll, schon einmal von Chlamydien (elf Prozent) oder Genitalwarzen (vier Prozent) gehört zu haben.

BZgA-Leiterin Heidrun Thaiss kündigte infolgedessen an, mehr „niedrigschwellige“ Beratungsangebote schaffen zu wollen. Prof. Peer Briken, Direktor des Instituts für Sexualforschung des UKE, betonte indes: „Sexuelle Gesundheit geht die ganze Medizin an!“

Nach Meinung der Forscher müsse das Thema enttabuisiert werden.

Quelle: t-online.de