Wir leben in einem Zeitalter der Besteuerung, so scheint es. In der Pop-Kultur, etwa in Filmen, wird gewitzelt, irgendwann würde selbst noch die Luft besteuert. Wer bei solchen Äußerungen den Kopf schüttelt, muss nun ganz stark sein: Eine kleine Gemeinde in der Nähe von Fulda erwägt eine spezielle Steuer, die nur einen einzigen Betrieb im Ort beträfe: eine Sex-Steuer in der 11.000-Seelen-Gemeinde. So weit hergeholt sind solche Mutmaßungen also gar nicht, so scheint es.

Im Örtchen Eichenzell bei Fulda wurde dieser Tage in der Gemeindevertretung hitzig diskutiert, ob eine Rotlicht-Abgabe für nur ein Unternehmen angemessen sei. Die SPD hatte die Idee in dem Gemeindeparlament zur Sprache gebracht. Konkret betroffen wäre von dem Vorschlag ein Saunaklub, der sich laut Angaben des Portals „Hessenschau.de“ im Gewerbegebiet von Eichenzell befindet.

Dabei sollen „Einrichtungen zur Einräumung der Gelegenheit sexuellen Vergnügens“ nicht das Einzige sein, was von dieser „Vergnügungssteuer besonderer Art“ abgedeckt wird. Auch jeder Art von Sexual-, Porno-, Striptease-, Peepshow- sowie Tabledance-Vorführungen wären damit von der Steuer betroffen, wie die SPD Eichenzell auf ihrem Facebook-Auftritt schrieb – dies trifft in Eichenzell aber nur auf ein Unternehmen zu: einen Saunaclub. Drei Euro Steuer „je angefangene 10 m² der errechneten Gesamtfläche pro Veranstaltungstag“ hätten die Genossen gerne. Bürgermeister Dieter Kolb (parteilos) betrachtet eine solche Steuer in dieser Höhe dementsprechend kritisch.

*Update*
Mittlerweile wurde über die Sex-Steuer im Eichenzeller Gemeindeparlament diskutiert – laut „Hessenschau.de“ kam es dabei jedoch zu keinem Ergebnis. Der Antrag ist damit jedoch noch nicht vom Tisch, Kolb möchte ihn in den Haupt-und Finanzausschuss verlagern, weil zu viele Fragen ungeklärt sein, darunter auch, wie die Auswirkungen für den einen betroffenen Betrieb in der Gemeinde seien…