Wenn man, so wie ich, schon gefühlt hundert Artikel zum Thema „Twerking“ verfasst hat,  freut man sich nicht mehr wirklich, wenn der Chef verlangt, noch einen weiteren zu tippen. Die Videos sind fraglos schön anzusehen und gehören zu einer Männerseite wie Taschentücher zu Pornos. Aus inhaltlicher Sicht war die Nummer jedoch bereits nach dem dritten Video erschöpft, weshalb es mit jedem Mal zunehmend schwieriger wurde, die vorgeschriebene Textlänge mit halbwegs sinnvollen Sätzen zu füllen. Nun ist es ja nicht so, als hätte ich dieses Problem nicht schon oft genug bejammert, aber um den Chef zu zitieren: „Es ist ja dieses Mal ein Tutorial!“ Na dann!

Einige selbstmitleidige Seufzer später, die weder beim Chef noch im Kollegium irgendeine andere Wirkung zeigten als meine Stellung als Jammerlappen zu festigen, widmete ich mich also dem Video. Und warum auch nicht? Es gibt sicherlich viele Männer unter unseren Lesern, die das Twerken gerne lernen würden. Vielleicht könnte man diese ja sogar auffordern, Videos davon zu machen und uns zu schicken?!

Nach knapp 50 Sekunden (in sexueller Hinsicht durchaus ansehnlichem) Business-as-Usual-Arschgewackel zu irgendeinem Plastik-Pop-Geheule aus dem Synthie-Baukasten dann die Enttäuschung: Die Einführung in die tiefe Kunst des Twerkings findet auf Russisch statt. Bedeutet das nun, dass all jene, die dieser Sprache nicht mächtig sind, niemals werden die Freude erleben dürfen, die klare Höhenluft des professionellen Arschbacken-Tanzes zu atmen?

So sieht es aus, Freunde! Es tut mir leid, euch enttäuschen zu müssen, aber am Ende befriedigt auch dieser Clip letztlich nur den passiven Voyeur im Manne. Allen Beteuerungen meines Chefs zum Trotz. Falls ihr euch nun verraten fühlt, lasst euch gesagt sein: Mir ging es ganz genauso so!

Doch um mein Gesicht zu wahren, lasse ich mit nichts anmerken. Diese Genugtuung gönne ich meinen sogenannten Kollegen nicht, deren hämisches Gegrinse ICH ÜBRIGENS NICHT ÜBERSEHEN HABE! Aber nicht mit mir, ihr Patienten! Heute nicht! Diesmal wird erst zuhause geweint! Bäm!