Heute bei MANN.TV prangert an: Der Fall Kacie! Eine fortschrittliche junge Frau, deren Leben und Wirken im Internet ad absurdum geführt wird. Kacie stammt aus der Stadt Tittingen im schönen Brustbekistan. Von Chauvinisten auch spöttisch „das Land der Walküren“ genannt, herrscht dort doch seit jeher das Matriarchat. Emanzipation ist in Brustbekistan entsprechend kein Punkt auf dem Wahlprogramm, sondern fester Bestandteil im Alltag eines Volkes, das zurecht stolz auf seine Frauen ist.

Als Ende der 60er Jahre im Westen die ersten BHs brannten, war man in Brustbekistan schon längst viel weiter. Nachdem sich dort bereits Korsette und Mieder nie hatten durchsetzen können, schenkte man auch dem zum Ende des 19. Jahrhunderts, als angebliche Innovation in die Damenmode eingeführten, Büstenhalter keine Beachtung. Als das Land um 1930 herum jedoch als entsprechend starker Absatzmarkt entdeckt wurde, und die traditionelle Lebensart sich einer massiven Welle aggressiver Marketingkampagnen gegenüber sah, wurde der Handel mit BHs kurzerhand verboten.

Seither wird jede neue Legislaturperiode unabhängig von den gewählten Regierungsvertretern mit einem Volksentscheid eingeläutet, der dieses Gesetz zur Disposition stellt. Doch bis heute spricht sich die große Mehrheit der Brustbekinnen (Männer haben diesbezüglich kein Wahlrecht) gegen die Aufhebung des Verbotes aus.

Studien zu dem Thema haben ergeben, dass brustbekische Frauen statistisch gesehen über das signifikant straffeste Bindegewebe weltweit verfügen. Die Ursachen dafür sind bislang ungeklärt und sorgen regelmäßig für hitzige Debatten in Fachkreisen. Den dort heimischen Frauen ist dies freilich herzlich egal gewesen, bis schließlich das Internet Einzug erhielt.

Womit wir wieder bei dem Fall Kacie wären. Denn im Prinzip handelt es sich hierbei lediglich um ein Video, in den eine junge, gesundheitsbewußte Dame der Welt vorführt, wie sie sich persönlich fit hält. Leider hat der Umstand, dass in Tittingen, wie überall in Brustbekistan, keine BHs getragen werden, jedoch zur Folge, dass geifernde Männer sich in der Anonymität des Netzes zu allerlei sexistischen Kommentaren hinreißen lassen wie:

„Wunderschöne Sideboobs, Kacie. Solange ich ein Gesicht habe, wirst du immer einen Platz zum Sitzen finden.“ oder „Deine Sideboobs lassen meine Hose enger werden.“

Kein Einzelschicksal, wie bereits der Fall „Katie pflanzt Blumen“ gezeigt hat, in dem ebenfalls ein Video aus dem Alltag einer brustbekischen Frau für virale Furore sorgte.

In einem Interview mit der BOOB beklagt sich Kacie: „Natürlich macht es mich traurig, dass mein Video vollkommen falsch interpretiert wird. Noch viel erschreckender als die Kommentare der Männer finde ich jedoch, dass Frauenrechtlerinnen aus anderen Ländern Kritik an meinem Video üben und das, obwohl ich doch nur ein Gefühl lebe, dass ich allen Frauen auf der Welt wünsche: Sich frei zu fühlen.“

Ist Brustbekistan nun eine Oase im Geschlechterkampf oder Schauplatz der nächsten Schlacht? Die Zeit wird es zeigen. Und nächstes Mal bei MANN.TV prangert an: Gehört die Insel Lesbos rechtmäßig den britischen Jungferninseln an?