Im Zuge seines Arbeitsauftrags sieht sich der Autor diese Zeilen gezwungen, sein Korsett der dritten Person ausnahmsweise abzustreifen und in die persönlichere Ich-Form zu wechseln. Das tue ich deshalb, weil ich offen gesagt nicht die geringste Ahnung habe, wie ich dem folgenden Video in Textform den Anschein von Seriosität verleihen soll. Und das ist mit Blick auf den von mir ausgeübten Beruf so dermaßen unprofessionell, dass ich keinen anderen Ausweg sehe, als den Pfad der Professionalität zu verlassen. Aber schön, dass wir uns mal kennenlernen. Hi, ich bin Calixto und ich habe ein Problem…

Das Schöne an meinem Job ist, dass wir hier bei MANN.TV hinsichtlich der Inhalte und des Stils unserer Texte enorm viele Freiheiten genießen. Das hat in meiner Anfangszeit zugegebenermaßen zu einer mitunter etwas … ähm, sagen wir mal „infantilen“ Schreibweise geführt, aber man wächst mit seinen Aufgaben und wird ja schließlich auch älter und weiser.

Jedenfalls wurden dann schon mal in Ermangelung besserer Ideen Gedichte über Wale verfasst, fiktive Briefe aus dem ersten Nerf-Krieg, erdachte Obduktionsberichte über vor Langeweile Verstorbene und von den insgesamt 20 (!) Artikeln übers Twerking fangen wir am besten gar nicht erst an.

Wenn ein Clip nicht viel Inhalt hergibt, muss man halt kreativ sein. Und was das betrifft, stellte mich Katie mit ihren Blumen seinerzeit vor eine echte Herausforderung. Falls ihr euch nicht ad hoc erinnern könnt, hier nochmal der Link. Das kurze Zeit später erschienene Video, in dem zwei leichtbekleidete Damen so taten, als spielten sie ernsthaft Mini-Pool und dabei fleißig Sekt schlürften, war nicht minder knifflig. Denn je reduzierter der Plot, desto schwieriger die Wortfindung!

Aber ob ihr es glaubt oder nicht: Genau das sind meine Lieblingstexte. Eben weil man so herrlich herumblödeln und sich verbal vollkommen austoben kann. Statistiken oder Studien sind im Vergleich schnell gemacht, steht ja alles schon da, aber so saaaaaaackenlangweilig. Führt euch die beiden oben genannten Links ruhig nochmal zu Gemüte. Jetzt nicht unbedingt Pulitzer-Preisverdächtig, aber äußerst unterhaltsam wie ich nach wie vor finde, und vor allem deutlich kreativer als der Text hier.

Aber siehe da: Schon habe ich weit mehr als die verlangte Anzahl an Zeichen geliefert. Und das bei einem Artikel, der sich um ein Video dreht, in dem eine Frau mit luftigem Oberteil im Prinzip nicht mehr tut, als zu bügeln und dabei mit ihren Brüsten zu kokettieren. Kannste deiner Frau auch nicht erzählen, wenn die dich fragt, was du heute auf der Arbeit so gemacht hast…