Nicht erst seit den Tagen der sexuellen Revolution ist das Thema Verhütung eine große Sache. Bereits in der Zeit vor der Industrialisierung trugen die Prostituierten Schafsdärme bei sich. Ähnlich „rustikal“ wirkt auch die angeblich luststeigernde Methode des Unternehmens „Jiftip“. Das hat einen Aufkleber ersonnen – zu diesem vertreten viele Urologen eine eher kritische Meinung.

Wenn ihr euch jetzt fragt: „Ein Aufkleber für den Penis zum Verhüten, das würde ja bedeuten, dass man …“ Ja. Genau das. Der Mann klebt sich damit die Harnröhre zu, im Prinzip ein Stöpsel zum Fixieren. Der besteht aus dem Kunststoff Polyurethan und wird auf der Eichel befestigt, um den besten Freund zu versiegeln. Wenn der Mann kommt, verbleibt das Sperma in der Harnröhre – nach dem Dafürhalten des Unternehmens steigert dies das Vergnügen sogar noch: „Verliebe dich neu in deinen Sex. Wie eine Jungfrau“, lautet das Motto von „Jiftip“.

Sperma im Prinzip nicht gefährlich

Die Firma betont, dass es ihr tatsächlich um das Lustempfinden geht – nicht um einen zweifelhaften Verhütungsaspekt. Der Stöpsel sei kein Kondom-Ersatz, sondern ein Luststeigerer. Dies betont auch die Gynäkologin Sherry Voss gegenüber der „Teen Vogue“. Doch den meisten Nutzern dürfte beim Anblick eines Stickers wohl solch ein Gedanke kommen: Was dicht ist, ist dicht. Ein Irrtum mit Folgen. Urologen vertreten in Sachen Lussteigerung eine eher kritische Position:

Das Magazin „bento“ sprach mit verschiedenen Experten, die Sperma in der Harnröhre zwar als „nicht gefährlich“ bezeichnen, aber auch nicht als unbedingt luststeigernd. Eher im Gegenteil: Bei großem Druck könne der Stau durchaus schmerzhaft werden, außerdem müsse er spätestens beim nächsten Urinieren mit raus, was ebenfalls wehtun kann. Wenn das nicht richtig funktioniert, so gab der Urologe Volker Wittkamp gegenüber dem Magazin „Vice“ an, können solche Verstopfungen im schlimmsten Fall zu Entzündungen im Samenkanal führen.

Quelle: bento.de