Twerking ist als aufreizende Spielart des Tanzes in erster Linie ein Erlebnis für Augen und Ohren. Insofern ist es ebenso schwer wie unnötig, eine aufregende – man verzeihe uns das billige Wortspiel – „Poreographie“  in ein Korsett aus Worten zu zwängen, die dem sabbernden Zuschauer vermutlich eh unverdaut wieder aus dem Mund tropfen würden.

Aber selbst der scheinbar so primitive Akt des Twerkings fußt auf einem theoretischen Fundament. Und damit ist nicht bloß der historische Hintergrund gemeint, der es durchaus Wert ist, näher beleuchtet zu werden. Auch die einzelnen Tänzerinnen als Interpreten dieser anspruchsvollen Form der Bewegungsästhetik haben sicherlich spannende Werdegänge hinter sich und ein Füllhorn interessanter Geschichten zu erzählen.

Dann ist da noch die Musik. Die akustische Bühne, auf der alles stattfindet. Wer hat den Song geschrieben und was steckt dahinter? Warum eignet sich ausgerechnet diese darüber dargereichte Taktform für eben jene Schrittfolgen? Und bricht der Kopf, der sich die Choreographie im Video ersonnen hat, mit althergebrachten Mustern oder schwingen dort nicht nur Hüften, sondern auch der tiefsitzende Wunsch eines Freigeistes nach künstlerischer Selbstbestimmung?

All diese Fragen habe ich im allmorgendlichen Redaktions-Meeting auch den Kollegen dargelegt, als es darum ging, ob wir den folgenden Clip bringen, oder nicht. Die einzige Antwort, die ich darauf erhielt, war: „Hauptsache Ärsche!“

Weisheit bedarf keiner vielen Worte!