Draußen herrscht Stille, Luftschlangen liegen zertreten am Boden, die Lunten sind abgebrannt. Die Schmerzen hindern euch zwar am Denken, doch ihr hegt den Verdacht, wach zu sein. Gott, was für eine Nacht. Wie viele Longdrinks mögen es wohl gewesen sein? Ganz abgesehen vom Sekt, den ganzen Kurzen und dem Bier. Ihr wisst es nicht mehr. Auch nicht, wie ihr nach Hause gekommen seid, wobei … Moment mal … das ist gar nicht euer Bett … und dieser Arm gehört auch nicht zu euch. Scheiße, was ist nur passiert, und mit wem? Und vor allem, wie kommt ihr hier wieder heil raus? Okay … langsam … Ihr habt da doch auf MANN.TV mal was gelesen. Verhaltensregeln für genau so eine Situation:

Regel Nr. 1 - Ruhe bewahren

Ist euch erst mal bewusst, dass ihr mit einer Fremden abgestürzt und in deren Bett erwacht seid, bleibt unbedingt erst mal ruhig liegen. Wollt ihr euch alle Optionen offen halten, ist es von allergrößter Wichtigkeit, eure Gespielin nicht zu wecken. Also, keine Panik. Atmet ruhig weiter und bremst nach Möglichkeit den Gedankengüterzug, der durch euer Hirn rasen dürfte. Schaltet von Verstand auf Instinkt um, und sammelt euch: Nur so habt ihr eine Chance, die nun folgenden Herausforderungen zu meistern.

Regel Nr. 2 - Riskiert einen Blick

Seid ihr somit wieder Herr eurer Sinne, ist es Zeit für ein Wagnis. Habt ihr gestern Nacht eine Stute geritten, oder einen Wal gejagt? Das herauszufinden ist für das weitere Vorgehen von essentieller Wichtigkeit. Womöglich liegt ja eine Traumfrau neben euch, die Lust auf eine weitere Runde verspürt. Wenn dem so ist, bleibt einfach liegen und genießt den Augenblick. Im sehr viel wahrscheinlicheren Fall jedoch, dass sie nur durchs Glas zu ertragen war, fahrt fort mit Regel 3.

Regel Nr. 3 - Orientiert euch

Nun gilt es, sich einen Eindruck von eurer Umgebung zu verschaffen. Eine erfolgreiche Flucht erfordert es, dass ihr im Kopf eine Karte des Zimmers erstellt. Wo ist die Tür und wie könnt ihr sie geräuschlos erreichen? Liegen Stolperfallen auf dem Boden verteilt? Teppich oder Holzfußboden? Knarrt das Bett, auf dem ihr liegt? Klärt all dies im Vorfeld, immerhin ist das hier unbekanntes Terrain!

Regel Nr. 4 - Verwischt eure Spuren

Es ist davon auszugehen, dass all der Krempel, den ihr am Abend zuvor am Mann hattet, sich irgendwo in eurer näheren Umgebung wiederfindet. Nehmt euch also die Zeit, alles zusammenzusammeln. Wer ganz sicher gehen will, entsorgt zudem eventuelle Kondome. Wenn sie währenddessen zu erwachen droht, könnt ihr übrigens durchaus auf eure Socken verzichten – aber lasst um Himmels willen nicht euer Portemonnaie und/oder Handy liegen. Und wenn ihr gerade dabei seid, schaltet Letzteres sofort auf lautlos. Stellt euch vor, ihr steht fluchtbereit vor der Tür, und euer Kumpel ruft an, um zu fragen, wie es war …

Regel Nr. 5 - Seid wie eine Katze

Selbst wenn ihr es unbeschadet bis zur Zimmertür geschafft habt, seid ihr noch lange nicht in Sicherheit. Zwischen euch und der Freiheit liegt immer noch Feindesland. Bewegt euch also auf Samtpfoten durch den Wohnungsflur, und versucht nach Möglichkeit Mitbewohner, Kinder oder Haustiere zu meiden. Und bevor ihr eine vermeintliche Haustür öffnet, vergewissert euch, dass ihr es auch mit einer solchen zu tun habt. Ihr wollt schließlich keine schlafenden Hunde wecken. Ein Türspion ist ein untrüglicher Hinweis, ebenso eine Gegensprechanlage. Seid so höflich und lasst die Tür nicht gehetzt ins Schloss krachen, sondern schließt sie möglichst leise. Erst dann könnt ihr die Beine in die Hand nehmen und zusehen, dass ihr Land gewinnt.

Seid ihr dann irgendwann in der Sicherheit eurer eigenen vier Wände, könnt ihr euch daran machen, den vergangenen Abend zu rekonstruieren. Katerfrühstück, Aspirin und eine Dusche leisten dabei unschätzbare Dienste. Auch eure Freunde sind eine zuverlässige, wenn auch zumeist höhnische Informationsquelle. Letztendlich ist es aber auch egal. Gegen einen One-Night-Stand gibt es schließlich nichts einzuwenden. Zumindest für Singles. Allen anderen können (und wollen) auch wir nicht mehr helfen!