Schon der Volksmund weiß: Die Dosis macht das Gift. Zu viel konsumiert, kann sogar Wasser einen Menschen töten. Wissenschaftler haben sich mit der Frage beschäftigt, ob ein zu hoher Pornokonsum sich negativ auf das Sexleben eines Menschen auswirken kann. Immerhin braucht man mit niemandem mehr zu reden, keinen Körperkontakt aufzunehmen oder andere „Hindernisse“ zu meistern, wenn einen die Lust packt. Prinzipiell, so sagen die Experten, spricht auch nichts dagegen – Pornographie kann relaxen und unter gewissen Umständen sogar zufrieden machen. Doch eben in Maßen.

Der mehrfache Porno-Konsum pro Woche kann nämlich das Sexualverhalten negativ beeinflussen und komplett verzerrte Vorstellungen von Sex wecken. Hierdurch und durch die Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit der Heimatfilme und -Clips kann der Trieb auf lange Sicht Schaden nehmen und abstufen. Denn bei vielen setzt nach einem Einstieg mit weicher Pornographie Unzufriedenheit ein, die Filme müssen immer härter werden, das Interesse an extremere Praktiken weitet sich aus.

Bis zu 40 Stunden Pornos pro Woche

Die Psychologin Miriam Kegel gegenüber „RP Online“ dazu: „Viele Betroffene wundern sich über ihre plötzlich entstandenen neuen sexuellen Neigungen.“ Damit meint sie vor allem Pornographie, die abseitige Gelüste oder extrem gewalttätige Szenarien zum Inhalt haben. Eine weitere Auswirkung der Porno-Dauerbeschallung: Sexuelle Reize interessierter potentieller Partner werden nicht mehr oder nur sehr schwach als solche wahrgenommen. 
„Durch die ständige Überstimulation mit sexuellen Reizen ist das Belohnungszentrum und damit auch das sexuelle Verlangen unempfindlicher geworden“, erläutert Kegel. Man gewöhne sich an den rasch verfügbaren Sex ohne Verpflichtungen oder soziale Kontakte, was Konsequenzen auf das eigene Sozialverhalten nehmen könne. Insbesondere Menschen in einer festen Beziehung, die plötzlich lieber Porno schauen, als mit ihrem Partner zu schlafen, sollten ihr Verhalten überdenken. 

Als pornosüchtig gilt indes, wer mehrfach pro Woche die Filme konsumiert – in besonderen Härtefällen sogar bis zu 40 Stunden. Wer sich angesprochen fühlt, sollte die Hilfe eines Therapeuten in Anspruch nehmen, dieser Zustand gilt als therapierbar.

Quelle: noizz.de