Wer Nachwuchs zeugen möchte, sollte sich ranhalten. Denn wie eine aktuelle Studie zeigt, haben Männer aus Europa und anderen westlichen Regionen immer weniger Kugeln im Revolver. Alleine in den letzten 40 Jahren ging die Anzahl der Spermien pro Milliliter Samenflüssigkeit um mehr als 50 Prozent zurück. Pro Samenerguss beträgt der Rückgang sogar 60 Prozent!

Das ergab eine Auswertung von 244 Spermienzählungen aus 185 Studien, an denen insgesamt knapp 43.000 Männer teilgenommen haben. Während bei den Herrschaften aus Südamerika, Asien und Afrika keine nennenswerte statistische Veränderung zu verzeichnen war, reduziert sich bei Kerlen aus Nordamerika, Europa, Australien und Neuseeland die Spermienzahl mit jedem Jahr um circa 1,4 Prozent pro Milliliter Samenflüssigkeit. Zumindest bei denen, die noch kein Kind gezeugt haben. Denn bei nachweislichen Vätern sieht es mit 0,8 Prozent pro Jahr noch vergleichsweise gut aus.

Alarmierende Erkenntnisse …

… wie Studienleiter Hagai Levine von der Hebrew University in Jerusalem betont: „Angesichts der Bedeutung der Spermien für die männliche Fruchtbarkeit und die menschliche Gesundheit ist diese Studie ein dringender Weckruf für Forscher und Gesundheitsbehörden auf der ganzen Welt.

Gründe für diese Entwicklung gibt es viele. Das fängt schon bei der zu warmen Windel von Säuglingen an, setzt sich fort mit Chemikalien wie Haarwuchsmitteln, die das hormonelle Gleichgewicht stören, und hört bei der Sitzheizung im Auto noch lange nicht auf.

Generell sollten Männer, die an der Zeugung eines Kindes interessiert sind, im Hinterkopf behalten, dass Wärme dem Kühlsystem ihrer Hoden und damit auch der Spermienproduktion schadet. Weite Unterhosen können da schon Abhilfe schaffen, ebenso der Verzicht auf Bäder, Saunagänge und Sitzheizungen. Dass außerdem Nikotin, Übergewicht, Medikamente und Anabolika den Samenzellen nicht zuträglich sind, muss wohl nicht extra betont werden.

Quelle: spiegel.de