Für viele ist es eine Tatsache, der in der Regel nur selten widersprochen wird: die Ehe ist mit ihrer Dauer der Feind einer aktiven Sexualität, der Leidenschaft eines funktionierenden Sexlebens. Doch stimmt das auch, was gemeinhin von so vielen behauptet wird? Geht es nach der Wissenschaft, sieht die Sache ganz anders aus. Denn ihr bestes Sexleben haben Partner keineswegs in der frischen Kennenlernen-Phase, nur weil der Verkehr häufiger stattfindet.

Dr. Jette Schröder vom Leibniz Institut für Sozialwissenschaften sowie Claudia Schmiedeberg von der Ludwig-Maximilian-Universität München heißen die Leiterinnen einer Studie, die der Frage nachging, in welchem Alter Menschen den besten Sex genießen. Dafür sprachen sie mit 2814 „heterosexuellen Probanden im jungen bis mittleren Alter“. Dabei kam heraus: „Trotz umfangreicher empirischer Literatur zur sexuellen Zufriedenheit ist ihre Entwicklung im Verlauf einer Beziehung noch unklar.“ Erst nach sechs Monaten soll das Sexleben in einer Beziehung seinen Zenit erreichen.

Kinder ein Faktor, Zusammenleben nicht

Die Ehe sei dabei kein negativ wirkender Faktor, wie die Wissenschaftler der beiden Universitäten in der Auswertung der Studienergebnisse betonen: „Wir haben eine positive Entwicklung der sexuellen Zufriedenheit im ersten Jahr einer Beziehung festgestellt, gefolgt von einem stetigen Rückgang.“ Nach circa einem Jahr in einer Beziehung lassen das Knistern und die erotische Stimmung nach, dies wurde vom Großteil der Probanden bestätigt – nach dem ersten Hoch der sechs Monate nehme die Qualität des Sex kontinuierlich ab. Und zwar unabhängig davon, ob die Partner verheiratet waren oder zusammenlebten.

„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Häufigkeit des Verkehrs bereits früh in der Beziehung zurückgeht und diese weder durch Hochzeit noch eine gemeinsame Wohnung signifikant beeinflusst wird“, so das Fazit der Studie. Natürlich sind Schwangerschaft und Kinder ein wichtiger Faktor beim Thema Sexhäufigkeit und -Qualität, dadurch fehle es oft an der nötigen Zeit dafür. Sobald die Kinder allerdings älter würden, profitiert davon auch die Erotik.

Quelle: tag24.de