Geht man auf die Straße und fragt Pärchen, wie häufig diese miteinander schlafen, dann bekommt man üblicherweise Zahlen präsentiert, die so viel Wahrheitsgehalt haben wie Steuerversprechungen der Politiker vor einer Wahl. Denn Studien sprechen eine ganz andere Sprache: Sex ist Out!

Vor 30 Jahren hatten 18- bis 30-Jährige in Deutschland noch zwischen 22 bis 28 Mal Sex im Monat. Heute trifft man sich nur noch vier bis zehn Mal im Bett. Die Gründe dafür liegen auf der Hand, wenn man sich mal überlegt, welche Beschäftigungsmöglichkeiten vor 30 Jahren geboten wurden und welche heute. So ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Forsa, dass 60 Prozent der 14- bis 19-Jährigen ihr Smartphone wichtiger ist als Geschlechtsverkehr.

Jörg Zittlau beschreibt die Misere in seinem Buch 'Wer braucht denn noch Sex' folgendermaßen:
In unserer leistungsbezogenen Gesellschaft gebe es immer mehr Narzissten, die sich selbst genügten, immer mehr Nerds, die ihre Asexualität kultivierten, immer mehr Stress, der die Libido beeinträchtige, und immer mehr Pornogucker, die für normalen Sex gar nicht mehr empfänglich seien. Sexdämpfend wirkten überdies viele jener chemischen Substanzen, denen wir uns täglich ausgesetzt sähen.

Dem Autor zufolge ist das alles aber nur halb so wild. Das stützt auch ein Zitat des berühmten Künstlers Andy Warhol, der recht treffend formulierte: „Wahre Freiheit hat man erst, wenn man mit dem Sex durch ist.“