Könnte man im Kopf eines Mannes spazieren gehen, käme man irgendwann zwangsläufig in einen Raum, in dem fein säuberlich alle Titten aufgereiht sind, die dieser schon mal zu Gesicht bekommen hat. Geht man dann weiter, erreicht man schließlich eine Tür, die den Besucher eigentlich zur Sammlung amouröser Fehltritte führen sollte, wenn uns der riesige Haufen Sex-Ratgeber, der sich davor stapelt, nicht den Eintritt verwehren würde. Doch machen uns zig erotische Abenteuer und der Konsum der Erfahrungen anderer Leute am Ende wirklich zu besseren Lovern?

Glaubt man der US-Neuropsychologin Nicole Prause, ist Offenheit der Schlüssel zum Glück. Die Wissenschaftlerin arbeitet mit ihrem Team am Span Lab (Sexual Psychophysiology and Affective Neuroscience Lab) der Universität von Kalifornien in Los Angeles und hat sich der Frage gewidmet, was guten Sex ausmacht. Gegenüber dem New York Magazine erzählte die Sexualforscherin, dass die Qualität von gutem Sex grundsätzlich nicht davon abhängt, ob man ihn mit einem festen Partner oder einer lockeren Affäre auslebt.

Viel entscheidender sei, ob man im Bett ein gutes Team bilde. Schließlich wird ein zärtlichkeitsbedürftiges Kuschelmonster wohl kaum Spaß mit einer wilden Peitschenschwingerin haben. Ergo sollte man von Anfang an in dieser Hinsicht offen miteinander sein und Wünsche kommunizieren. Doch genau da hapert es bei den meisten.

Prause erklärt: „Viele Menschen befürchten, nicht ernstgenommen zu werden. Niemand will der unwissende Idiot beim Sex sein. Deswegen scheuen viele Menschen, ihre Erfahrungen, Wünsche und heimlichen Begierden offen auszusprechen.

Natürlich ist das kein Zustand, der zu beiderseitiger Freude an der Sache führt, weshalb die Sexualwissenschaftlern dazu rät, seinen Partner zu studieren. Dazu hat sie drei Vorschläge parat:

1. Aufhören, Stöhnen oder Zeichen zu deuten

Es reicht nicht, Zustimmung nur über Berührungen oder leidenschaftliches Stöhnen zu äußern. Gefallen oder Ablehnung sollten direkt ausgesprochen werden.
Wer denkt, dass sein Partner eine Handbewegung oder ein Zwinkern richtig deuten kann, irrt sich vielleicht. Wer mag, was sein Partner gerade macht, sollte deutlich sagen: 'Mir gefällt das'!