Wohl nur die wenigsten nehmen eine Stoppuhr mit, wenn es im Schlafzimmer „zur Sache“ geht, um die Länge ihrer Eskapaden zu messen – was an sich ja gut ist. Doch wie lange dauert er eigentlich, der durchschnittliche Sex? Laut einer Umfrage von Kondomhersteller Durex liegt die durchschnittliche Dauer der Standardnummer bei genau 23,53 Minuten. Dr. Brendan Zietsch von der Uni Queensland (Australien) und sein Stab befinden jedoch, dass ein solches Ergebnis mit Vorsicht zu genießen ist, und betonen, dass es bei solchen Studien ein Problem gibt.

Laut Zietsch wird bei dieser Art Umfragen nämlich gerne geflunkert. „Es ist sozial erstrebenswert, zu sagen, dass man bis lange in die Nacht durchhält“, so Zietsch. Dem Wissenschaftler zufolge habe man beim Sex für gewöhnlich überdies ja auch nicht die Uhr auf dem Nachttisch ständig im Auge. Doch genau das, die Zeitmessung des Liebesaktes, war die Aufgabe der Probanden in Zietschs Untersuchung. Mit einer Stoppuhr mussten diese den Zeitraum vom Eindringen des Penis bis zur Ejakulation des Mannes messen.

Akt mit der Stoppuhr

500 Paare aus Großbritannien, Spanien, den Niederlanden und der Türkei ließen sich auf den Versuch ein. Laut Zietsch gestaltete sich die Untersuchung als äußerst umständlich, da eine solche Stechuhr-Präzision (Haha!, die Red.) beim Beginn und Ende des Aktes sich schwierig gestalten könne. Noch dazu habe so etwas natürlich Auswirkungen auf die Stimmung der Paare. Zietsch räumt ein: „Aber Wissenschaft ist selten perfekt – und das ist das Beste, was wir kriegen konnten.“ Dabei kam heraus, dass die meisten Teilnehmer kurzen Sex bevorzugten. Durchschnittlich nahmen sich die Paare nämlich nur 5,4 Minuten Zeit für das Liebesspiel.
Natürlich gab es Ausnahmen, so brauchte eines der Pärchen ganze 44 Minuten bis zum Orgasmus, während eines bereits nach 33 Sekunden fertig war. Überdies filtere die Studie den Sexualakt nach Aussage eines Artikels der „Bild“ sehr durch die männliche Brille, da der weibliche Orgasmus in der Studie überhaupt keine Rolle spiele, sondern maximal mit der Ejakulation des Mannes gleichgesetzt wurde. Das Fazit, das Zietsch aus seiner Untersuchung zieht: „Es gibt keine ‘normale’ Dauer für Sex.“ Was ja auch irgendwie beruhigend ist.

Quelle: bild.de