Wir haben Autos entwickelt, die ohne unser Zutun von A nach B fahren. Wir planen, den Mars zu besiedeln und können über tausende Kilometer hinweg in Echtzeit miteinander kommunizieren. Aber was den weiblichen Orgasmus betrifft, wissen wir bis heute auch nicht sehr viel mehr als die Neandertaler. Dabei ist die Sache an sich ganz einfach: Man muss die Damen bloß fragen. Und damit die Antworten auch möglichst ungeschönt ausfallen, lässt man am besten auch gleich Frauen die richtigen Fragen stellen.

Genau das hat eine Gruppe von Forscherinnen um Debby Herbenick von der Universität Indiana getan und 1.055 Frauen im Alter zwischen 18 und 94 Jahren befragt, was nötig ist, um zum Orgasmus zu kommen. Und entgegen vieler wirrer Vermutungen seitens der Männerwelt, sind Frauen, was das betrifft, offensichtlich ähnlich simpel gestrickt wie wir Kerle.

Wir fassen mal flott zusammen: Gerade mal 18,4 Prozent der Teilnehmerinnen gaben zu Protokoll, dass ihnen das Eindringen des Penis genügt, um zum Höhepunkt zu kommen. Das Rein-Raus-Spiel bringt uns also in den meisten Fällen schon mal nicht zum Ziel.

Ganze 37 Prozent hingegen benötigten klitorale Stimulierung, um während des Verkehrs zum Orgasmus zu kommen, während weitere 36 Prozent sagten, ihre Orgasmen seien besser, wenn zusätzlich zur Penetration ihre Klitoris stimuliert werde. Gerade mal fünf läppische Prozent äußerten kein Interesse an klitoraler Stimulation.

Torwächter der Lust

Fakt ist also, dass bei der großen Mehrheit der Frauen in Sachen Orgasmus kein Weg an der Klitoris vorbeiführt! So einfach ist das. Schließlich ist dieses so harmlos wirkende Geschlechtsorgan am oberen Zusammenstoß der kleinen Schamlippen in gewisser Weise das weibliche Pendant zu Penis.

Ähnlich wie nun aber weiß Gott nicht jede Frau gut blasen kann, will der Umgang mit der Klitoris natürlich gekonnt sein. Und auch hier bringt die Studie ein wenig Licht ins Dunkel.

Auf die Frage hin, welche Art von Berührungen ihres Kitzlers die Ladys bevorzugen, sprachen sich zwei Drittel für eine direkte Stimulierung aus, während 45 Prozent die Erforschung des Umlands bevorzugten. Gewinner bei der Art der Bewegung war mit 63,7 Prozent "auf und ab", mit 51,6 Prozent gefolgt von "kreisend".

Immer dieser Druck

Hinsichtlich des dabei ausgeübten Druckes waren sich die Frauen weniger einig. Ein gutes Drittel steht auf mittleren Druck, etwas weniger als ein Drittel bevorzugt leichten Druck und ein weiteres Viertel ein feines Über-die-Haut-Fahren. Kräftig mögen es lediglich 10 Prozent.

Die Studie förderte ferner zutage, dass die Klitoris eine Art Abkürzung darstellt. Immerhin äußerte weniger als eine von fünf Frauen, dass die Orgasmen durch ausgedehnten Sex besser werden.

Die federführende Forscherin Debby Herbenick resümiert: „Manchmal, wenn Menschen zusammenkommen, machen sie zuerst herum und berühren gegenseitig ihre Genitalien, lange bevor sie Oral- oder Geschlechtsverkehr haben. Allzu oft, wenn Oralsex und Geschlechtsverkehr dazugekommen sind, verschwindet der Rest – was schade ist, wenn man bedenkt, wie wirkungsvoll das Petting sein kann.

Sehr ihr, Männer: Alles halb so wild. Stellt euch einfach vor, wie ihr selber stimuliert werden wollt, und erprobt das am Kitzler eurer Frau. Sie wird euch Signale senden, die unmöglich falsch zu deuten sind. So, wie ihr es im Falle eines Blow- oder Handjobs ja schließlich auch tun würdet.

Quelle: 20min.ch