Man weiß erst, was man an einer Sache hatte, wenn man sie verloren hat, heißt es. Das gilt scheinbar nicht nur für den Menschen, sondern auch für einen seiner ältesten Begleiter, die Ratte. Denn in einem Versuch mit den possierlichen Tierchen kam ans Licht, dass die Tiere, denen man Sex vorenthielt, anfälliger für Ersatzbefriedigungen waren: Sie wurden schneller drogensüchtig.

Während des Geschlechtsverkehrs werden, soviel ist der Wissenschaft bekannt, die gleichen Teile des Gehirns angesteuert und angeregt, in denen sich auch Amphetamine auswirken. Die Forscher stellten ihre Aufschlüsse im „Journal of Neuroscience“ vor. Das Ergebnis: Die Tiere, die sich vor ihrem Sexentzug täglich miteinander vergnügt hatten, waren weitaus anfälliger für Drogenkonsum als jene, denen Sex weiterhin zur Verfügung stand.

Sexsucht begünstigt andere Süchte

Die Wissenschaftler kamen zu der Erkenntnis, dass Sexsucht empfänglicher für andere Süchte machen kann. Denn Rauschgifte wirken im Gehirn als Belohnungssysteme. Genau in die gleiche Kerbe schlägt auch Sex. Fünf Tage „rattiger“ Geschlechtsverkehr und darauffolgende sieben Tage Entzug genügten, um das Gehirn der Tiere in Richtung Sucht zu polen.

Die Gegenprobe zu diesem Versuch wurde bereits früher, in anderen Untersuchungsreihen durchgeführt und durch die aktuellen Erkenntnisse bestätigt: Ratten, die man amphetaminabhängig gemacht und auf Entzug gesetzt hatte, machten sich in ihren „Trockenzeiten“ gezwungenermaßen auf die Suche nach paarungswilligen Gespielen. Bislang scheinen sich die Erfolge der Versuchsreihe auf Amphetamine zu beschränken: Hochdosiertes Crystal Meth etwa machte die Libido der Nager zunichte.

Vielen Dank auch, Walter White!

Quelle: mopo.de