Das Wort „Routine“ ist für viele Menschen ein rotes Tuch. Verschrien als Killer von Kreativität und Esprit, gilt sie als das Ende des freien Geistes, als emotionale Sackgasse und Sinnbild grauen Alltags. Dabei wird jedoch viel zu schnell übersehen, dass Routine durchaus auch ihre guten Seiten hat. Immerhin schafft sie Sicherheit und Souveränität, trainiert und konditioniert den Körper und ist im Bett sogar ein Zeichen dafür, dass es eine Beziehung gut funktioniert.

Das behauptet zumindest die Berliner Sexualtherapeutin Prof. Kirsten von Sydow gegenüber dem Gesundheitsmagazin Apotheken Umschau. Ihrer Expertenmeinung zufolge seien weniger Sex und mehr Routine in der Kiste im Zuge einer langen Beziehung kein Grund zur Sorge oder Beunruhigung. Im Gegenteil. Weniger oder eingespielter Sex könne sogar ein Anzeichen für eine stabile Partnerschaft sein. Sowohl emotionale Sicherheit als auch sexuelle Aufregung zugleich über Jahre aufrechtzuerhalten, sei nämlich schlicht unmöglich.

„Je wichtiger der Partner für einen wird, desto größer wird auch die Furcht, ihn durch neue Experimente im Bett zu verunsichern. Deshalb bleiben viele Paare bei dem Repertoire, das sie gemeinsam zu Beginn der Beziehung erlernt haben.“

Von Sydow führt weiterhin aus, dass wir alle beim Thema Sexualität sehr verletzlich seien, weshalb man besonders darauf achten muss, wie man über das Thema spreche.
„Es sollte vor allem ein ruhiger Moment sein, in dem beide Partner ungestört sind, Zeit und keinen Stress haben.“

Zudem ist ja bereits bekannt, dass Sexualität in einer … sagen wir mal „reiferen“ Phase einer Beziehung an Qualität gewinnt. Dies wird im Allgemeinen darauf zurückgeführt, dass man mit den Jahren besser seine Wünsche zu äußern lernt. Werft also nicht das Handtuch, nur weil bei euch eine Zeit lang nicht die Matratze brennt. Geduld! Es wird besser! Erst recht mit einer Frau, mit der ihr diese Durststrecke gemeinsam überstanden habt!