Eine Studie aus dem Januar 2017, die sich der Generation der Millennials annimmt – sprich: der 20 bis 30-jährigen Menschen, die 20 Prozent der Bundesbürger stellen – warnt eindringlich. Sie zeigt, dass die zwischen 1981 und 1998 Geborenen eitel, selbstverliebt und süchtig sind. Den Untersuchungsergebnissen zufolge stehen die „Digital Natives“ unter dem ständigen Zwang, sich selbst darzustellen, leben konstant in der digitalen Öffentlichkeit und sind von ihrem Smartphone abhängig. Denn sie sind die erste Generation, die umgeben von digitaler Technologie und Smartphones aufwuchs.

Der Studienverantwortliche Lars Lehne, früherer Google-Manager und Chef der Marketing-Agentur „SYZYGY“, mahnt an, Regeln einzurichten: „Wir müssen lernen, damit umzugehen. Handys sind toll, doch wir brauchen Regeln und wieder eine Wahrnehmung dessen, dass wir ohne Verzicht nichts genießen können.“ Gegenüber der „Bild“ statierte Lehne, dass die Millennials sich gesellschaftliche Anerkennung über Online-„Likes“ sichern würden, ja, ihre „ständige Gier nach Bestätigung“ würde diese jungen Menschen zur Überprüfung ihres Status in sozialen Netzwerken sogar „mitten in der Nacht aus dem Bett [treiben]“.

Digitaler Realitätsverlust

Die konstante Nutzung moderner Technologien führe zu einer Generation, die sich von den vorangehenden deutlich durch Selbstverliebtheit unterscheide. Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass moderne Technologie sowohl das Verhalten als auch die Denkstrukturen einer Generation nachhaltig beeinflusst und dauerhaft verändert. Lehne dazu: „Wir stellen eine Abhängigkeit wie bei echten Drogen fest. Der Verlust der eigenen Realität geht damit einher.“ Die Studie konstatiert: Social-Media-Gebrauch, gesteigerter Narzissmus (Stichwort: Selfie) sowie die Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit sogenannter „On-Demand-Apps“ gehen Hand in Hand.

Die Zahlen sind ernüchternd: 28 Prozent der deutschen Millennials würden eher auf Sex verzichten als auf ihr Smartphone, immerhin 48 Prozent einen Monat lang lieber nicht frühstücken, als ihr Handy abzugeben. Im Bundesdurchschnitt sind diese jungen Leute 13 Prozent narzisstischer geartet als frühere Generationen. Lehne fasst zusammen: „Diese Generation ist süchtig nach Sex per Mausklick, kann aber mit echter Nähe überhaupt nicht mehr umgehen. Denn die Realität ist nicht durch einen Filter gezogen oder einer Photoshop-Bearbeitung unterzogen. Somit sind sie oversexed, aber underfucked.“

Quelle: Bild.de