Für Fans von Spionagefilmen und Mittelalter-Epen ist folgende Erkenntnis schon ein alter Hut: Wer gerne Wein, Weib und Gesang frönt, der hat ein loses Mundwerk und plaudert schon mal aus dem Nähkästchen. Nicht umsonst ist das Bordell bei der Fantasy-Roman-/H.B.O.-Erfolgsserie ‘Game of Thrones’ ein Ort, an dem so manches Staatsgeheimnis nach dem Akt ausgeplaudert wurde – mit tödlichen Konsequenzen. Doch warum genau quasseln die Leute eigentlich so gerne, nachdem es „zur Sache“ ging? Eine Studie liefert die Antwort.

Die findet sich in einer aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsjournals „Personality and Social Psychology Bulletin“ und stellt die Ergebnisse von gleich drei unterschiedlichen Untersuchungsschritten zusammen. In einem ersten Schritt wurden dabei heterosexuellen Studienteilnehmern abwechselnd sexy sowie neutrale Bilder gezeigt. Im Anschluss sollten die Probanden einem Menschen anderen Geschlechts einen Schwank aus ihrem Leben zum Besten geben. Im zweiten Studienschritt lernten die Bilder laufen, aus den einfachen Fotos wurden kurze Filmclips. Wieder waren die einen mit rassigen Szenen geladen, die anderen eher neutral gehalten.

Verhängnisvolles Vertrauen

Dieses Mal mussten die Studienteilnehmer dem Gesprächspartner anderen Geschlechts von einer peinlichen Begebenheit aus ihrem Leben erzählen – und zwar von einer, bei der ein Vertreter des anderen Geschlechts Zeuge oder beteiligt war. Schließlich wurden den Probanden noch Clips von Pärchen gezeigt – und, ihr ahnt es schon: Einmal hatten die Leute in den Videos Sex, einmal befanden sie sich eher im neutralen Alltag. Daraufhin folgte abermals die Preisgabe einer unangenehmen Situation in einem Gespräch mit einem Menschen des anderen Geschlechts. Das Ergebnis, zu dem die Wissenschaftler nach den drei Schritten gelangten:

Das Begehren eines Gegenübers und der Versuch, zu diesem eine Beziehung aufzubauen, lassen die Verschlossenheit abnehmen. Schon der Gedanke an Sex regt Menschen im wahrsten Wortsinne dazu an, mehr aus ihrem Leben zu berichten, zumindest, solange ihnen das Gegenüber sympathisch ist. Erst durch das (Mit)teilen von Persönlichem wächst das Vertrauen und damit die Enge einer Beziehung. Und gerade Sex verleite Menschen laut der Studie dazu, diese Verbindung stärken zu wollen. Daher plaudert man nach einer Nummer gern aus dem Nähkästchen. Eine Tatsache, die im Laufe der Geschichte schon etlichen Politikern zum Verhängnis geworden sein dürfte.

Quelle: virtualnights.com