In Schlafzimmern in der ersten Welt hält eine Flaute Einzug. Das allgemeine Bild von jungen Menschen, die rund um die Uhr miteinander in die Kiste steigen und durch Dating-Apps und Seitensprung-Seiten komplett sexverseucht sind, trügt. Denn im Gegensatz zu den früheren Generationen sind die jungen Leute von heute regelrecht prüde. Zu diesem Schluss kommt eine Studie aus den USA.

In der Untersuchung der University of San Diego befragte man 26.000 Männer und Frauen aus den USA zu ihrem Liebesleben. Ein Querschnitt aus (vornehmlich heterosexuellen) Menschen unterschiedlichster Alters- und Einkommensgruppen, Ethnien und Familienstände (kinderlos, Single, vergeben) wurde über einen Zeitraum von 25 Jahren (1989-2014) ausgehorcht. Das verblüffende Ergebnis: Unsere „Alten“ hatten bedeutend mehr Sex als wir Früchte ihrer Lenden. Genauer gesagt: Sieben bis zwölf Runden Sex mehr pro Jahr. Denn in den 90er Jahren stiegen die Menschen im Durchschnitt noch 60–65 Mal jährlich in die Kiste. Heute sind es noch 53 Mal.

Zu viel Netflix?

Jean Twenge, die Verantwortliche hinter der Studie, stellt fest: „Obwohl sie in dem Ruf stehen, permanent auf der Suche nach Sex zu sein, haben Millennials sowie die Generationen danach weniger Sex als ihre Eltern und Großeltern, als diese in ihrem Alter waren.“ Gleichzeitig lässt laut Studie das Bindungsbestreben der Menschen nach: Waren es 2005 noch 48 Prozent der Leute, die partnerlos blieben, so fanden sich 2014 bereits 64 Prozent. Doch auch Eheleute haben laut den Studienergebnissen heutzutage immer weniger Sex – früher gab es zwischen ihnen elf Liebesakte mehr pro Jahr.

Gründe für die Entwicklung bleibt die Untersuchung bislang schuldig – Vermutungen existieren: So könnten laut den Forschern etwa der übermäßige Stress durch den Dauerkonsum sozialer Medien, Dating-Apps wie etwa Tinder, sowie ständiger Serienkonsum über Netflix, Amazon und Co. mitverantwortlich sein. Die gemeinhin angeführten Gründe von allgemeiner Erschöpfung durch zu lange Arbeitszeiten oder gar das Überhandnehmen von Pornographie sollen laut den Wissenschaftlern aus San Diego keine Rolle spielen. Puh, Glück gehabt …

Quelle: tag24.de