Stellt man sich die Manneskraft als einen Motor vor, ist Testosteron der dazugehörige Treibstoff. Doch was, wenn die Quelle nach und nach versiegt und es immer weniger Benzin gibt? Müssen unsere Frauen dann auf einen Elektromotor umstellen? Mitnichten. Zwar nagt der Zahn der Zeit unweigerlich an unserem besten Stück, da der Körper ab 30 die Testosteronproduktion runterfährt. Aber das heißt noch lange nicht, dass damit das Ende der Fahnenstange erreicht ist.

Zunächst einmal entsteht der Eindruck, dass der Penis schrumpft, oft auch nur, weil Männer im Alter an Gewicht zunehmen. Ein Nebeneffekt der verringerten Hormonmenge, da Testosteron auch für den Muskelaufbau verantwortlich. Ist zu wenig davon da, wird stattdessen Fett aufgebaut, welches in der Mitte des Körpers gelagert wird. Das ist recht ungünstig für den Penis, der in der Folge geradezu in seiner Umgebung versinkt, was ihn kleiner erscheinen lässt, als er ist. Gezielte Gewichtsabnahme und Kraftsport können hier Abhilfe schaffen.

Das waren die guten Nachrichten, nun zu den Schlechten

Leider schrumpft unser bester Kumpel altersbedingt tatsächlich. Und zwar sowohl die Länge als auch den Umfang betreffend. So um die 70 Jahre herum werden die meisten Männer an die ein bis drei Zentimeter eingebüßt haben. Einer der Gründe dafür sind Einlagerungen von fett- und eiweißhaltigen Substanzen, so genannten Plaques, in den feinen Blutgefäßen des Penis. Das hat im Laufe der Zeit zur Folge, dass die Durchblutung gehemmt wird. Dies ist im Prinzip mit dem Mechanismus hinter einen Herz- oder Hirninfarkt zu vergleichen.

Ein weiteres Problem stellt die stete Zunahme von unelastischen Fasern im sonst elastischen Gewebe um die Erektionskammern herum dar. Lässt die Elastizität nach, kann unser Fleischperiskop nicht mehr auf die volle Länge ausgefahren werden. Doch auch hier kann nachgeholfen werden, wie Dr. Tobias Pottek, Chefarzt der Urologie am Asklepios Westklinikum in Hamburg-Rissen, erklärt:

„Abhilfe kann nur geschaffen werden durch stetiges Training. Je weniger Erektionen stattfinden, umso schlechter wird das Standvermögen. Anders herum: Wer häufig Erektionen hat, baut dem Abbau der Standkraft vor. Medikamentöse Unterstützung kann – je nach Gesundheitsprofil – durchaus hilfreich sein.“

Selber Schuld

Der nächste Faktor, der für das Schrumpfen des Penis verantwortlich ist, wird in Fachkreisen „Inaktivitätsatrophie“ genannt. Diese Bezeichnung beschreibt den Effekt, dass unser Körper jene Bereiche vernachlässigt, die nicht gebraucht werden. Man denke nur einmal an den Abbau von Muskeln, wenn man lange einen Gips getragen hat. Das Gleiche passiert mit den Schwellkörpern, wenn wir im Zuge fehlenden Testosterons auch unsere Lust am Sex verlieren und unser kleines U-Boot zu lange im Hafen lassen.

Doch auch das bekommt man mit ausreichend Training wieder in den Griff. Denn die Schwellkörper kommen mit jedem weiteren Mal besser in Form. Sollte das Deck trotz fleißigen Schrubbens dennoch nicht mehr glänzen, bleibt immer noch der Gang zu Arzt, der mit Testosterongaben oder auch Medikamenten beim Beladen eures Rohres Abhilfe schaffen kann.

Auch das Aussehen ändert sich

Womit ihr im Alter ferner rechnen müsst, ist, dass euer Penis an Attraktivität einbüßt. Der geringere Blutdurchfluss hat zur Folge, dass die Eichel ihre bläulich-violette Farbe verliert und auch die Schambehaarung geht ohne ausreichend Testosteron zugrunde. Wobei Letzteres aus der Sicht einer Frau wohl kein Verlust ist.

Störender ist da schon eine auffällige Krümmung, die dann entsteht, wenn besagte unelastische Fasern sich ungleichmäßig ansammeln. In der Medizin wird dies „Peyronie-Krankheit“ oder auch „Induratio penis plastica“ genannt. Am häufigsten tritt diese im mittleren Lebensalter auf und kann Erektionen und Sex plötzlich zu einem schmerzhaften Ereignis machen. Die Schmerzen klingen zwar irgendwann ab, sollte die Penisverkrümmung aber weiterhin Probleme bereiten, besteht immerhin die Möglichkeit einer operativen Korrektur.

Bliebe noch die gute alte Potenz. Ein Ofen, der ebenfalls von Testosteron befeuert wird. Weniger Testosteron, weniger Hitze! Je älter wir werden, desto länger brauchen wir, um überhaupt noch warm zu werden. Die Erektion lässt zunehmend auf sich warten, ein Orgasmus verlangt mehr Einsatz und dass wir in Runde Zwei noch stehen, wird immer unwahrscheinlicher. Selbst das Spermavolumen sowie die Samenmenge und -qualität reiten mit unserem Testosteron gen Sonnenuntergang.

Wer sich damit nicht abfinden möchte, kann sich auch mit diesem Problem an seinen Arzt wenden. Es ist weiß Gott keine Schande, ein paar Scheite in Form kleiner blauen Pillen nachzulegen. Solange man es damit nicht übertreibt, versteht sich. Aber das ist eine andere Geschichte…

Quelle: menscore.de