Man muss nicht erst ins hohe Alter kommen, um zu den sogenannten 'Schmerzpatienten' zu zählen. Diese Bezeichnung beschreibt Personen, welche unter chronischen Schmerzattacken leiden. Das Problem hierbei ist, dass der entsprechende Reiz es sich in vielen Fällen bereits im Hirn gemütlich gemacht hat. Dieser Schmerz will einfach nicht mehr verschwinden, selbst wenn der ursprüngliche Auslöser, wie zum Beispiel eine Wunde oder eine Entzündung, längst abgeheilt ist. Das hat oft gravierende Folgen für das Sexualleben!

Als wenn das Ganze an sich nicht schon schlimm genug wäre, leiden viele der Patienten noch dazu unter psychischen Belastungen, da ihr Krankheitsbild die Beziehung zum Partner gefährdet. Insbesondere auf körperlicher Ebene sind diese Menschen oft stark einschränkt, was meist zu intensiven Schuldgefühlen und Frust in der Beziehung führt.

Wichtig ist in einer solchen Situation die Offenheit.

Paaren, deren Sexualleben aufgrund einer Schmerzerkrankung zum Erliegen gekommen ist, kann durch den sogenannten multimodalen Therapieansatz geholfen werden. Gemeint ist damit eine Behandlung, welche aus verschiedenen Bausteinen besteht, um entweder die Therapie der Krankheit zu optimieren, oder dem Auslöser auf den Grund zu gehen. Nicht selten steckt hinter einer Schmerzerkrankung nämlich ein unterbewusstes Problem oder ein nicht verarbeitetes Trauma. Knoten, die dank ärztlicher Hilfe gelöst werden können. Das Motto für Patienten, die etwa unter Rheuma leiden, lautet: „Mehr Romantik und Zärtlichkeit statt bloß Geschlechtsverkehr.“

Also Männer, wenn es im Bett nicht mehr läuft, muss das nicht immer an der fehlenden Lust der Partnerin liegen. Ein Gespräch sorgt oft für Klarheit!

Quelle: NZZ