Was normal ist und was nicht, da scheiden sich ja die Gemüter. Je nach Gesellschaftsschicht, Kultur oder Szene haben sich unterschiedliche Normvorstellungen entwickelt, und sind einem steten Wandel unterzogen. So ist natürlich auch das Thema Sex ein sehr kontroverses, und manch einer schämt sich womöglich seiner schmutzigen Fantasie oder glaubt gar krank zu sein. Tatsächlich gilt die Feststellung ungewöhnlicher Sexfantasien als fester Bestandteil offizieller Diagnose- und Behandlungsleitlinien für psychische Störungen, doch wo fängt „ungewöhnlich“ an? Genau das wollten kanadische Forscher genauer wissen und fragten nach.

„Aus der Klinik wissen wir, was krankhafte Sexfantasien sind: Sie beinhalten Schmerz oder Partner, die zum Sex gezwungen werden“, sagt Christian Joyal von der Université du Québec à Montréal. „Aber welche Fantasien sind eigentlich in der Normalbevölkerung selten oder unnormal?“

799 Frauen und 717 Männer im Durchschnittsalter von 30 Jahren nahmen an der Online-Befragung teil, und gaben an, welche von 55 Sexfantasien nur im Kopf stattfinden und welche man davon schon ausgelebt habe. Das Ergebnis: Extrem wenige Fantasien erwiesen sich als wirklich selten, sprich unnormal. Hier ein paar Zahlen:

  • Glücklicherweise spielt Sex mit Tieren und Kindern in den Köpfen der meisten Menschen keine Rolle. Lediglich 2,4 Prozent gaben Fantasien in diese Richtung an, weswegen derlei durchaus als unnormal bezeichnet werden darf.
  • Insgesamt neun Fantasien, darunter Natursekt, Sex mit einer Prostituierten oder einer wehrlosen Person, wurden mit weniger als 16 Prozent als unüblich eingestuft.
  • Sex in der Öffentlichkeit oder vom Partner dominiert zu werden gehören zu ganzen 30 Fantasien, welche mehr als die Hälfte der Teilnehmer bereits in die Tat umgesetzt haben.
  • Satte 85 Prozent der Männer gaben an, bereits Sex mit zwei Frauen gehabt zu haben, während umgekehrt lediglich 31 Prozent der Damen von einer Nummer mit zwei Kerlen träumen. Bei den Frauen steht mit ebenfalls 85 Prozent nun mal der romantische Sex an erster Stelle.
  • Die Beliebtheit des Romans 'Shades of Gray' erklärten die Forscher damit, dass mehr als die Hälfte der Frauen (65 %) Unterwerfungsfantasien haben. Bei den Männern sind es nur 53 Prozent. Schlagen lassen wollen sich indes bloß 36 von 100 Damen, und knapp 29 Herren. Allerdings gaben viele Frauen an, dass die Unterwerfung lediglich in den Kopf gehört, während Männer diesen Wunsch auch gerne ausleben möchten.
  • Andere wiederum zu dominieren, finden mit 60 Prozent wir Männer interessanter, während die Frauen diesbezüglich bei 47 liegen. Passt dann aber ja.
  • Was den Gedanken an einen Seitensprung betrifft, entsprechen wir Kerls leider mit 83 Prozent dem Klischee.  Allerdings sind die Ladys mit 66 Prozent gar nicht so weit weg.

Und zum Schluss noch eine gute Nachricht: Sowohl Frauen (92 Prozent) als auch Männer (88 Prozent) wünschen sich häufig romantische Gefühle beim Sex. Hach, wat schön!