Man sagt, wenn man alle Pornoportale im Internet sperren ließe, gäbe es nur noch eine Seite im Netz, nämlich www.gebt-uns-unsere-Pornos-zurück.com. Zwar haben wir es dabei nur mit einem mäßig witzigen Scherz zu tun, doch Humor ist nichts anderes als ein amüsanter Fingerzeig auf reelle Problematiken. Und das Thema Internet-Pornos ist ja nun vielen ein Dorn im Auge, speziell Eltern.

Es ist nicht zu leugnen, dass wir heutzutage faktisch unbegrenzten Zugang zu einer unüberschaubaren Menge an Schmuddelfilmchen haben, und dass dies natürlich nicht mehr nur für Erwachsene gilt. Logisch, dass sich zuweilen die Berichte über sexuell verrohte Jugendliche häufen, die wilde Gangbangs auf dem Schulhof abhalten, weil sie es im Internet so gelernt haben. Das gleiche Phänomen wie mit den Killerspielen.

Pädagogen geben aber nun Entwarnung und bestätigen damit, was viele schon lange wussten: nämlich dass die Gründe für asoziales Verhalten woanders zu suchen sind. Das soziale Umfeld, das Elternhaus und wie der Umgang mit dem eigenen Körper kultiviert wird, sind von wesentlichem Ausschlag für die sexuelle Entwicklung. Ein Prozess, der übrigens schon im Kindergarten beginnt, also deutlich vor Aufklärung und dem ersten Porno.

Aktuelle Studien zeichnen tatsächlich eher das Bild einer Jugend, auf die man durchaus stolz sein kann. Mehr als ein Drittel der über 3500 befragten Teenager hatten vor dem 18. Geburtstag noch keinen Sex, weil sie den richtigen Partner noch nicht gefunden haben.

„Jugendliche heute interessieren sich überwiegend für die gleichen Dinge wie Schüler vor 30 Jahren“, resümiert Sexualpädagoge Jan Winter. Im Wesentlichen dienen die Filme als Lehrmaterial für all diejenigen, die ungern mit ihren Eltern darüber reden, wie Sexualpraktiken nun zu handhaben sind, sprich für so ziemlich jeden. Auch Winter findet keinen Hinweis auf eine verdorbene Jugend. Seinen Erfahrungen nach denken Teenager von heute reflektiert über Sex nach und wissen ganz genau, dass es sich bei Pornos lediglich um Fiktion handelt.