Wo Sex ist, da ist Geld zu holen – doch Portale wie pornhub, youporn und Co. bieten Milliarden Stunden an Sexfilmen gratis im Netz. Da versteht sich, dass damit nicht jeder glücklich ist: Der Bundesverband der deutschen Porno-Industrie will den Betreibern dieser Portale einen Riegel vorschieben. Unter anderem, um die frei zugänglichen Erotikangebote loszuwerden.

Der Gelsenkirchener Anwalt Arndt Kempgens, der den Bundesverband der Branche vertritt, gegenüber der BILD zu der Situation: „Hierbei geht es natürlich auch um wirtschaftliche Interessen. So wie Plattenfirmen gegen das freie Anbieten von Musik sind, ist auch die Erotik-Branche davon betroffen. Durch die frei angebotenen Filme wird es für einige Darsteller und Produktionsfirmen ziemlich eng.“ Kempgens betont, dass es dem Handel vor allem darum gehe, dafür zu sorgen, dass Altersbarrieren durch die Seiten eingehalten würden.

Appell an den Justizminister

Nun hat der Bundesverband nach mehreren Strafanzeigen gegen die Betreiber der frei zugänglichen Porno-Portale auch die Politik eingeschaltet: Er appelliert an die Bundesfamilienministerin sowie den Justizminister, Schritte gegen die Verbreitung jugendgefährdender pornographischer Inhalte im Netz zu unternehmen. Laut Kempgens sehe sich die Staatsanwaltschaft bislang aufgrund von Länderschranken außerstande, gegen die Betreiber vorzugehen. Daher habe der Verband die Telekom als großen Netz-Provider aufgefordert, den Zugang zu Porno-Seiten ohne Altersbestätigung für Minderjährige einzuschränken.

Einige Darsteller und Darstellerinnen stehen hinter der Aktion. Darstellerin Vivian Schmidt gegenüber BILD: „Der freie Markt hat die Branche schon sehr zerstört. Ärgerlich ist, dass die Filme kostenfrei im Internet zu sehen sind. Und selbstverständlich bin ich für eine Altersbeschränkung. Ab 18 Jahren können die machen, was sie wollen. Darunter geht nichts." Porno-Sternchen Luna Love spricht sich ebenfalls für eine Altersverifikation aus und bringt die finanziellen Interessen der Branche so auf den Punkt: „Ein Bäcker verschenkt seine Brötchen schließlich ja auch nicht.

Quelle: bild.de