Wisst ihr noch, was das früher für ein Akt war, sich einen Porno reinzuziehen? Erst mal musste man sich die entsprechenden Filme besorgen. In der Zeit vor dem Internet bedeutete das entweder, sich in einem entsprechenden Shop zu exponieren, oder die Gefahr einzugehen, dass im Falle des Versandweges die falsche Person das heikle Paket öffnet. Dann brauchte man noch ein Abspielgerät und die nötige Ruhe und Zeit, denn so einen VHS-Rekorder und Röhren-TV schleppt man nicht einfach mal kurz aufs Klo. Die Teile waren seinerzeit stationär und meist der Mittelpunkt des heimischen Wohnzimmers, was dem … sagen wir mal „inoffiziellen“ Charakter, welcher dem Porno-Konsum anhaftet, eher abträglich war. Erzählt das mal heutzutage einem 13-Jährigen. Der lacht euch doch aus!

Und wer will es den Kids übelnehmen? Es ist durch WLAN und Smartphones so unglaublich leicht geworden, jederzeit und überall an kostenlose Pornos in ihrer unüberschaubaren Vielfalt zu kommen, dass wir es garantiert es nicht anders gemacht hätten! Abgesehen davon profitieren natürlich nicht nur neugierige Jugendliche von der allgegenwärtigen Verfügbarkeit von Millionen Sexfilmen. Laut einer Studie konsumieren ein Drittel aller Männer täglich Pornofilme. Tendenz dank Smartphones steigend.
 

Sexualforscher warnen

Doch ungehemmter Konsum hat immer auch seinen Preis. Sexualforscher mahnen schon seit längerem die Gefahren an, welche die moderne Pornokultur mit sich bringt. Der Brite Dr. Andrew Smiler ist einer davon und warnt, dass speziell Jugendliche kaum noch Zugang zu normalem Sex fänden. Eine Vielzahl junger Leute onaniert nahezu täglich zu entsprechenden Clips im Netz und erlege sich damit ein Muster für das eigene Sexverständnis auf, welches echten, körperlichen Sex zu einer immer größeren Herausforderung mache.

Seine Kollegin Dr. Angela Gregory weist darauf hin, dass bei der Pornoklientel eine Art der Hypersexualisierung in einem Zustand der Dauererregung stattfände. Sie stützt zudem Smilers These, indem sie folgerichtig zu bedenken gibt, dass die Partner in der Realität meist wohl eher nicht so aussehen wie die vollbusigen, aufreizenden, sexy Pornostars, an welche man sich infolge seines Dauerkonsums zwangsläufig gewöhnt habe. Der normale Kontakt mit einem Sexualpartner könne folglich ein Schock sein.

Die Lösung des Problems? Ganz einfach: Entzug! Wer über einen gewissen Zeitraum seinen Appetit nicht mit Pornos stillt, wird sich früher oder später zum Essen wieder ganz normal an den Tisch setzen!

Quelle: berliner-kurier.de