OnlyFans: Erotik-Plattform trennt sich von Erotik-Inhalten – Man stelle sich vor, eine Streaming-Plattform für Filme und Serien gäbe eine Mitteilung heraus, plötzlich keine Filme und Serien mehr zu streamen. Was wie ein schlechter Scherz klingen mag, wurde nun für Mitglieder des Erotik-Portals „OnlyFans“ und deren zahlende Kundschaft Wirklichkeit: Noch im Herbst will „OnlyFans“ „sexuell expliziten Inhalten“ den Rücken kehren. Eine Entscheidung, die im Internet wie eine Bombe platzte.

Schließlich war die Plattform für ihre Nutzer ein äußerst lukratives Geschäft, viele Menschen, insbesondere Frauen, konnten auch mit besonders eindeutigen Bildern und Videos gewaltige Anhängerschaften hinter sich versammeln, etliche Personen wurden durch die Nutzung der Seite als Plattform – Pardon – stinkreich. Gegenüber „Bloomberg“ teilte „OnlyFans“ mit, dass mit dem 1. Oktober 2021 „sexuell explizite Inhalte“ vom Portal verbannt seien.

Ärger mit den Banken

Nacktfotos und -Videos sollen zwar noch erlaubt sein, „vorausgesetzt, diese entsprechen den Bedingungen von OnlyFans“, wie es heißt. Weiter erläuterte das Portal: „Um die langfristige Nachhaltigkeit unserer Plattform zu gewährleisten und weiterhin eine integrative Gemeinschaft von Urhebern und Fans zu beherbergen, müssen wir unsere Inhaltsrichtlinien weiterentwickeln.“

Banken und Zahlungsdienste hatten „OnlyFans“ wegen seiner Inhalte unter Druck gesetzt. Der Entscheidung war ein Bericht von „Axios“ vorangegangen, wonach „OnlyFans“ Schwierigkeiten habe, Investoren anzuziehen, obwohl das Unternehmen auf dem besten Weg sei, im nächsten Jahr einen Bruttowert von 12,5 Milliarden Dollar zu erreichen. Mehr als 130 Millionen Menschen nutzen das Portal.

Schafft sich „OnlyFans“ ab?

Der größte Teil von ihnen ist vornehmlich wegen erotischer Inhalte auf der Seite – wegen Content Creators, die auf Sex setzen. „OnlyFans“ nimmt von den Creators 20 Prozent des Umsatzes und stellt dafür die notwendige Plattform. Doch genau dieses „Hardcore“-Kerngeschäft verbaue sich das Unternehmen nun nach Meinung vieler Berichte und Kommentare im Internet selbst.

Der Erfolg des Unternehmens basiert auf dem Geschäft mit Sex-Inhalten – genau diese ab Oktober zu untersagen, das ist eine Entscheidung, bei der sich viele am Kopf kratzen. Doch das Unternehmen hält an seinen Plänen fest, sich in Richtung anderen Contents zu bewegen.

Wörtlich heißt es (Übersetzung des Verfassers):

„Ab dem 1. Oktober 2021 wird OnlyFans das Posten von Inhalten mit sexuellen Inhalten verbieten. Um die langfristige Nachhaltigkeit der Plattform zu gewährleisten und weiterhin eine integrative Gemeinschaft von Künstlern und Fans zu beherbergen, müssen wir unsere Inhaltsrichtlinien weiterentwickeln. Creators werden auch weiterhin Inhalte mit Nacktheit veröffentlichen dürfen, solange sie mit unserer Nutzungsrichtlinie übereinstimmen.

Mit diesen Änderungen kommen wir den Forderungen unserer Bankpartner und Zahlungsanbieter nach. Wir werden in den kommenden Tagen weitere Details bekannt geben und unsere Creators aktiv bei dieser Änderung der Inhaltsrichtlinien unterstützen und begleiten.“ 2021 sprach der CEO von „OnlyFans“, Tim Stokely, mit „The Independent“ und erläuterte, warum es der Plattform an Wachstum mangele, sie nur mit Pornographie assoziiert werde:

„Ich glaube, wir werden oft mit Inhalten für Erwachsene in Verbindung gebracht, weil man über 18 Jahre alt sein muss, um die Plattform zu nutzen. Und alle Inhalte befinden sich hinter einer Bezahlschranke. Das hat es uns ermöglicht, eine liberalere Inhaltspolitik zu betreiben.“

Man darf gespannt sein, wohin sich die Seite nun entwickeln wird.