Für viele Männer (und Frauen) ist es ein heimlicher, heißer Wunschtraum: Eine Liebesnacht mit ihrem liebsten Filmstar. Da das nicht geht, wünscht sich so mancher sicher einen Porno, in dem seine angebeteten Akteurinnen zu sehen sind. Ein Nutzer des Internetforums „Reddit“ hat diesen Traum auf gewisse, verstörende Weise Wahrheit werden lassen – mit einer Software/künstlichen Intelligenz, die es selbst Laien erlaubt, Gesichter auf einfache Weise in Videos auf fremde Körper zu verfrachten. Wie das in Bewegung aussieht, erlebt ihr im Video weiter unten. 

Da hat der Mann nämlich mithilfe der K.I.-gesteuerten App das Gesicht der israelischen Schönheit Gal Gadot („Wonder Woman“) auf eine Pornodarstellerin „transplantiert“. Das Ergebnis ist sehr überzeugend und bis auf die erkennbaren, schwachen Reste einer „Box“ um den Kopf der Schauspielerin verblüffend. „Deepfakes“ nennt sich der Reddit-Nutzer, der mit Hilfe der App zusammen mit anderen Fans bereits etliche Fake-Pornos erschaffen hat, in denen Maisie Williams, Daisy Ridley, Jessica Alba, Emma Watson oder Taylor Swift auf fremde Körper verfrachtet wurden. Selbst Star-Wars-Legende Carrie Fisher (Prinzessin Leia Organa) war nicht gefeit. 

Die App soll einfach zu benutzen sein und auch Laien rasch überzeugende Ergebnisse liefern. „Deepfaken“ nennt sich dieser neue, alles andere als beruhigende Trend – nach dem Mann, der ihn aus der Taufe gehoben und mittlerweile eine noch einfachere Version dieser App ersonnen hat, die er „FakeApp“ nennt. Andere Nutzer sollen damit in nur vier bis sechs Stunden bereits verstörend überzeugende Resultate erzielt haben, wie das Lifestyle-Magazin „Vice“ berichtet. Ein bedrohlicher Trend, der zeigt, wie schnell solche Manipulationen heute mittlerweile für Laien machbar sind.

Auch Hitler verpflanzt

Als Grundlage dienen den Fakern Instagram-Videostories der Stars, die mit Snapchat-Aufnahmen von Porno-Amateuren kombiniert werden. Neben Pornos werden auch politische Statements auf diese Weise gefaked, so hatte ein Nutzer Hitlers Gesicht auf die Schultern von Argentiniens Präsident Mauricio Macri gelegt. Alles, was Nutzer angeblich brauchen, so „deepfakes“, seien die App, ein bis zwei hochwertige, überzeugende Videos ihrer Opfer sowie ein halbwegs zugkräftiger PC mit guter Grafikkarte, aber ohne weitere Spezialsoftware.

Die emeritierte Ethik-Professorin Deborah Johnson dazu gegenüber der „Vice“: „Wir erreichen einen Punkt, an dem man nicht mehr sagen kann, was echt ist und was nicht – andererseits war das aber früher auch schon so. Neu ist hingegen die Tatsache, dass solche Möglichkeiten jetzt jedem zur Verfügung stehen oder es werden… Das wirkt destabilisierend. Die ganze [gesellschaftliche] Sache von Vertrauen und Verlässlichkeit wird durch solche Methoden unterwandert.“ Johnson bezweifelt nicht, dass wir mit Riesenschritten auf ein Zeitalter zugehen, in dem wir von K.I. generierten Inhalt mit ausgetauschten Gesichtern nicht mehr von echten Videoaufnahmen unterscheiden können.

Quelle: motherboard.vice.com