Habt ihr gewusst, dass das rheinland-pfälzische Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim bis 2010 an einer speziellen Viagra-Pille für Frauen arbeitete, dieses Projekt jedoch aufgab, da das Präparat als nicht sicher galt? Wir auch nicht, bis wir davon erfuhren, dass ein amerikanisches Unternehmen die Forschung übernommen hatte und kürzlich die erste Hürde zur Zulassung nahm.

Immerhin stimmte die amerikanischen Arzneibehörde FDA mit großer Mehrheit dafür, den Wirkstoff Flibanserin zuzulassen. Zwar sollen noch weiterhin mögliche Nebenwirkungen erforscht werden, doch der Weg für die Markteinführung der 'Pink Viagra' ist geebnet. Diese soll den gut sieben Prozent aller Frauen helfen, die aus nicht durch Krankheit zu erklärenden Gründen unter Störungen der Libido leiden.

Was zunächst nach einem Grund zur Freude klingt, erhält eine gewisse Brisanz, wenn man bedenkt, dass Flibanserin 2013 von der FDA mit dem gleichen Argument wie beim ersten Versuch drei Jahre zuvor erneut abgelehnt wurde.

Frauenrechtlerinnen schrien daraufhin wie gewohnt das einzige ihnen bekannte Wort und warfen der Behörde Sexismus vor, da man seinerzeit das Viagra für Männer durchgewunken hatte, Flibanserin dagegen aber einen Riegel vorschob. Auf der anderen Seite stehen Kritiker, die befürchten, dass der Herstellerkonzern Sprout Pharmaceuticals die Beschwerden der Aktivistinnen missbraucht habe, um mit ihnen als Vehikel nun ein nicht als sicher geltendes Präparat durchzudrücken.

Warum zur Hölle sollten Männer etwas gegen ein Produkt haben, das die weibliche Lust stimuliert? Insofern stehen wir der Sache etwas skeptisch gegenüber und fragen uns nebenbei, ob auf dem Beipackzettel unter dem Punkt Nebenwirkungen „Schwangerschaft“ gelistet ist. Man weiß es nicht …