In Sachen Unterhaltung genießt das öffentlich-rechtliche Fernsehen nicht den besten Ruf – insbesondere, wenn es um Filme der härteren Gangart mit erwachsener Zielgruppe geht. Was jedoch die SPD-Jugend am Samstag als Antrag eingereicht hat, schießt etwas über das Ziel hinaus. Denn die JuSos haben sich ein interessantes Thema für ihre Forderung an das öffentlich-rechtliche Fernsehen erkoren: Pornographie.

Doch nicht der übliche, im Internet in Tonnen zu findende Einheitsbrei an Erotikfilmen interessiert den SPD-Nachwuchs, sondern feministische, politisch korrekte Sexfilme, die respektvoll mit dem Thema weiblicher Lust umgehen. „Wenn wir über die Gleichstellung der Frau reden, dann müssen wir auch solche Dinge thematisieren“, so JuSo-Landeschefin Annika Klose. Drehen und ausstrahlen sollen die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten die Streifen: „Auch feministischer Porno muss gebührenfrei, dauerhaft und niedrigschwellig verfügbar sein“, betont der Antrag.

Ein ähnliches Projekt soll bereits 2009 in Schweden in die Tat umgesetzt worden sein, damals wurde die Erotik-Filmsammlung „Dirty Diaries“ mit 50.000 Euro ebenso vom Staat gefördert wie andere Kurzfilme. Als Mitglied des RBB-Rundfunkrates betrachtet Frank Zimmermann den JuSo-Antrag mit Skepsis: „Das ist keine öffentliche Aufgabe. Die kann nicht aus dem Rundfunkbeitrag bezahlt werden“, stellt der Medienprofi klar. CDU-General Stefan Evers findet drastischere Worte für das Vorhaben: „Politisch korrekte Pornos, darauf hat die Welt bestimmt gewartet!

Quelle: tag24.de