Die bizarrste Gerichtsgeschichte seit langem stammt aus Leer – einer kleinen Stadt am Rande des Grenzgebiets von Ostfriesland und Emsland. Sie ist deutschlandweit vor allem für den Gallimarkt, ein riesiges Volksfest mit hohen Besucherzahlen bekannt. Aber nach der Aktion, die sich vor einem Leeraner Gericht zutrug, ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass bald noch mehr Menschen diese Perle der Deichkultur kennen dürften.

Der Angeklagte: ein Paketbote, der einer Teenagerin das bestellte Nachnahmepaket mit aus dem Hosenstall hängendem Genital überreicht haben soll. Klar, dass die junge Dame und ihre Mutter aufgrund der mutmaßlichen Aktion gegen ein solch potenzielles Glanzlicht des Dienstleistungsgewerbes vor Gericht zogen.

Die Frau des Angeklagten gab während der Hauptverhandlung Anfang August jedoch relativ freimütig bekannt, dass ihr Gatte keineswegs der Täter sein könne. Der Grund: Sein Gemächt sei viel zu klein, als dass ihr Partner der Täter sein könne. „Sie hat gesagt: 'Schatz, tut mir leid, dein Penis ist zu kurz, um aus der Hose zu hängen' “, kommentierte Verteidiger Lutz Winkler.

Von Winkler selbst stammte wohl auch der … nun sagen wir mal, … etwas „eigenwillige“ Vorschlag, das Genital direkt vor Ort im Gericht zu begutachten. Das war der Richterin aber nicht unbedingt genehm (Ach was? Echt!?). Kurzerhand ordnete sie eine Vermessung des Penis durch die Rechtsmedizin an. Sobald die Penislänge des Angeklagten offiziell festgelegt ist, wird eine neue Verhandlung anberaumt.