Ob man an einem Gewinnspiel teilnimmt oder nicht, hängt sicherlich von dem zu erwartenden Preis ab. Geht es zum Beispiel um ein romantisches Wochenende, sollte man wohl nicht davon ausgehen, dass besonders viele Kerle darum bemüht sind, zu gewinnen. Für so einen schicken 60-Zoll-UHD-Fernseher hingegen lohnt es sich durchaus schon mal, zum Hörer zu greifen. Okay, über beides ließe sich sicherlich streiten, doch was den folgenden Preis angeht, den der Ingolstädter Sender „Radio Galaxy“ kürzlich auf den Markt geworfen hat, war die Zielgruppe sehr klar definiert. Auch wenn beide Geschlechter etwas davon haben … oder besser: Gehabt hätten!

In seiner „bisher unglaublichsten Aktion" sollten nämlich tatsächlich Brust-OPs im Wert von circa 5.000 Euro verlost werden. Im Begleittext zum Gewinnspiel hieß es:
Du wünschst Dir schon seit Jahren einen größeren Busen? Du hast es satt, dass Deine Oberweite nicht zum Rest Deines Körpers passt? Du bist unzufrieden und Dein körperliches Defizit macht Dir wirklich zu schaffen? Dann können wir Dir helfen!

Um teilzunehmen, sollten Frauen einen Fragebogen ausfüllen und darin sowohl ihre aktuelle Körbchengröße als auch die gewünschte Körbchengröße angeben. Des Weiteren verlangte der Radiosender drei Fotos von den Brüsten der Bewerberin – jeweils einmal von vorne, von links und von der rechts, ohne Kopf. Ein namentlich genannter Schönheitschirurg – für den das Ganze wohl als Werbeaktion gedacht war – hätte dann nach Einsendeschluss entschieden, wer die glückliche Gewinnerin sei.

Erstens kommt es anders …

Aber wie ihr euch sicherlich denken könnt, kam es nie so weit. Nicht nur, dass es aufgrund der moralisch fragwürdigen Message und der Tatsache, dass auch Mitarbeiter Zugriff auf die Bilder hatten, gehörig Kritik aus der Öffentlichkeit hagelte, schaltete sich auch noch die Bayrische Landeszentrale für neue Medien (BLM) ein. „Möglicherweise liegt eine Entwicklungsbeeinträchtigung vor, in dem Sinne, dass die Botschaft ein restriktives Schönheitsideal propagiert, für das gerade die Zielgruppe eines Jugendsenders empfänglich ist“, äußerte sich der BLM-Pressesprecher gegenüber dem Portal „Radioszene“.

Und so verschwand die Verlosung nach nur zweieinhalb Tagen von der Homepage mit der offiziellen Begründung: „Aus wettbewerbsrechtlichen Gründen und wegen des Verstoßes gegen §11 Abs.1 Satz 1 Nr.13 des Heilmittelwerbegesetzes (HWG) beendet Radio Galaxy Ingolstadt das Gewinnspiel ‘Der Radio Galaxy Traumbusen’. Alle bisher eingegangenen Bewerbungen werden gelöscht.

Ein gutes Beispiel dafür, wie man mit medienwirksamen Aktionen über das Ziel hinausschießen kann!

Quelle: ksta.de