Wir Männer sind zwar schon recht coole Lebewesen, jedoch beileibe nicht perfekt. Eines unserer größten Mankos ist, dass wir aufgrund althergebrachter Rollenbilder mit gewissen Dingen einfach nicht herausrücken mögen, selbst wenn sie uns belasten. Gewalt in der Ehe ist ein gutes Beispiel dafür, denn es gibt durchaus auch Männer, welche von ihrer Frau terrorisiert werden. Aber wer gibt das vor den Jungs schon gerne zu?

Ein weiteres großes Feld ist das Thema Gesundheit. Obwohl große Sportler im Fernsehen Werbung für die äußerst wichtige Darmkrebsvorsorge machen, ist die Zahl derer, die tatsächlich zum Arzt gehen äußerst gering. Abgesehen davon, dass sich ein echter Kerl sowieso eher ein Bein abhacken würde, als sich eingestehen zu müssen, krank zu sein. Und so ist es wohl auch zu erklären, dass sich bisher erst ein einziger Mann in der Öffentlichkeit dazu bekannte, an „Persistent Genital Arousal Disorder“ (PGAD) erkrankt zu sein. Zu Deutsch: „Andauernde genitale Erregungsstörung“.

Und nein, das ist alles andere als komisch!
Seitdem der Amerikaner Dale Decker einen Bandscheibenvorfall erlitt, ist sein Leben zur Hölle geworden. Denn dieser war der Auslöser für die sehr viel schlimmere PGAD-Erkrankung. Auf dem Weg zum Krankenhaus hatte er alleine fünf Orgasmen, die seitdem einfach kein Ende mehr nehmen wollen. Bis zu 100 am Tag und dazu noch eine Erektion, die einfach nicht abklingt. Allen, die das Ganze immer noch amüsant finden, gibt Dale Decker Folgendes mit auf den Weg:

„Man stelle sich nur vor, auf der Beerdigung neben dem Sarg seines Vaters zu knien, sich von ihm zu verabschieden, und dann vor Ort und Stelle neun Orgasmen zu haben, während die ganze Familie hinter einem steht. Dann möchte man nie wieder in seinem Leben einen Orgasmus haben.“

Arbeiten ist für Dale unmöglich geworden, und auch das Sexualleben mit seiner Frau ist vollkommen zum Erliegen gekommen. Denn – und das muss an dieser Stelle noch einmal deutlich betont werden – PGAD ist eine ernsthafte und schmerzhafte Erkrankung, die nichts mehr mit Erregtsein oder Sexualität zu tun hat. Es gibt bereits dokumentierte Fälle von erkrankten Frauen, doch Männer tun sich wie bereits eingangs erwähnt schwer damit, ihr Leiden einzugestehen.

In diesem Sinne ein Appell: Wenn was ist, geht zum Arzt!
Mit seinen Leiden hinter dem Berg zu halten, weil man angeblich seinen Lieben keine Sorgen bereiten möchte, ist eine ganz miese Ausrede für falsches Schamgefühl. Eine unbehandelte Krankheit geht letzten Endes nämlich immer zu Lasten derer, die einem nahestehen.

Quelle: Buzzfeed