Es sollte nur leidenschaftlicher Parkplatzsex werden, den ein 27-jähriger BWL-Student mit seiner Freundin praktizieren wollte, aber es kam alles ganz anders.

Während es bei dem Pärchen zur Sache ging, bemerkten drei Passanten das Auto. Einer der drei, ein 48-jähriger Kraftfahrer, hielt die Turteltäubchen für Dieseldiebe, da sich das Auto direkt hinter seinem Laster befand. Das habe er schon oft bemerkt, sagte der Mann später aus. Sein Cousin schoss ein Beweisfoto, als kurz darauf der BWL-Student aus dem Auto sprang und die Passanten angriff.

Die Axt fand er im Kofferraum, erklärt der Angeklagte, der nicht sicher ist, wie sie da überhaupt hinkam. Er hatte Angst, dass die drei Unbekannten seiner Freundin etwas antun wollen. Kein Grund, mit einer Axt auf die Passanten loszupreschen, so die Meinung von Richter Günter Stello, der den 27-Jährigen später noch als Berserker bezeichnen sollte.

Mit der stumpfen Seite der Axt schlug der Student dem Lastkraftfahrer auf den Kopf. Der Schädel brach und der Verletzte konnte nur durch eine Notoperation gerettet werden. Die Axtklinge hingegen erwischte den Cousin des Mannes an der Jacke.

Das Urteil: zwei Jahre und zehn Monate Haft wegen gefährlicher Körperverletzung. „Es ist nicht schön, wenn man bei Intimitäten gestört wird“, meint Richter Stello, „aber die Wut darf nicht solche Ausmaße annehmen. Nach diesem Verhalten gehören Sie in den Knast.“ Der Verteidiger des Studenten hatte Bewährung gefordert. Derzeit absolviert der Verurteilte eine Anti-Aggressionstherapie.

Egal, wie spannend eine schnelle Nummer im Wagen auch sein mag. Sollte man dabei erwischt werden: einfach ruhig durch die Hose atmen.
 

Quelle: Mopo