Sehr verehrte Frauen: Sollte sich dieser Tage ein Schreiben im Briefkasten befinden, in welchem euren Männern vorgeworfen wird, illegal den Porno „Sucking housewifes reloaded - Julias Pleasure“ abgerufen und per Filesharing angeboten zu haben, braucht ihr nicht eure Koffer zu packen. Es handelt sich dabei wieder mal um einen gut gemachten Fake findiger Trickbetrüger.

Dabei existiert die Kanzlei des britischen Anwalts Robert Berber tatsächlich, welcher angeblich 280 Euro Schadensersatz fordert. Auf Anfrage des auf Medienrecht spezialisierten Rechtanwaltsbüros GGR gab man dort jedoch an, diese Schrieben nicht versendet zu haben. Auch die in der Abmahnung erwähnten Unternehmen xfun film Ltd. oder das Filmwerk existieren offenbar gar nicht.

Jurist Johannes von Rüden nahm sich das Schreiben vor:
„Hier wird tatsächlich ein sehr glaubwürdiger Eindruck erweckt. Die rechtlichen Ausführungen sind zwar oberflächlich, dennoch überwiegend richtig, kommentiert er, jedoch mit einer großen Ausnahme.

Im Brief wird der Empfänger aufgefordert „[...] es zu unterlassen, geschütztes Material unseres Mandanten auf einem Computer durch Streamingdienste wie 'www.youporn.com' oder 'www.xhamster.com' unberechtigterweise zu konsumieren oder vorzuführen.“

Rüden dazu: „Diese Forderung sei rechtlich nicht aufrechtzuerhalten. Der Werksgenuss ist niemals eine Urheberrechtsverletzung. Auch beim Streaming liegt keine Urheberrechtsverletzung vor. Das hat vor kurzem auch der Europäische Gerichtshof bestätigt.“

Also, wenn ihr einen solchen Brief bekommen solltet, denkt nicht mal ans Bezahlen und werft ihn einfach in den Müll!

Quelle: Stern