Die Tradition, seine sexuellen Wünsche und Vorlieben in Singlebörsen zu codieren, gibt es nicht erst seit dem Internet. Als Print-Medien, wie die zum Beispiel die regionale Tageszeitung, noch die erste Anlaufstelle für Kontaktanzeigen waren, musste man sich aufgrund des beschränkten Platzes nun einmal kurzfassen. Heutzutage ist man meist zwar nicht mehr gezwungen, sich auf wenige Zeilen zu beschränken, und doch – oder gerade deshalb – sollte man sehr genau auf seine Formulierung achten, wenn man nicht falsch verstanden werden möchte.

Kontaktanzeigen in Singlebörsen lesen sich gewissermaßen wie Arbeitszeugnisse: Wer in der Lage ist, zwischen den Zeilen zu lesen, weiß genau was ihn erwartet. Das Portal „Singleboersen-Vergleich“ hilft uns, den Code zu entschlüsseln.
    
Es fängt schon bei der Nennung des eigenen Berufes an. Wer zum Beispiel angibt, als Erzieherin, Pädagogin oder gar Französischlehrerin tätig zu sein, darf sich nicht wundern, wenn es plötzlich sehr devote oder direkte Anfragen hagelt. Die Berufe in allen Ehren, werden „Erzieher“ in der sexualisierten Welt der Singlebörsen nun einmal mit BDSM-Praktiken assoziiert. Ein Bereich, der sich im Übrigen schon immer durch einen ganzen Schwung meist englischsprachiger Codes hervorgetan hat. Mit „CBT“ (Cock and Ball Torture) ist beispielsweise Penis- und Hodenfolter gemeint, mit „TT“ wiederum Brustfolter. Vorsicht also!

Vorurteilsfrei und solvent sucht …

Seid ihr selber auf der Suche nach dem schnellen Sex, beschreibt ihr euch am besten mit Codewörtern wie „tolerant“, „vorurteilsfrei“, „modern“, „zugänglich“ oder „offen“. Wollt ihr dagegen mit euren Talenten im Bett Geld verdienen, dann haltet Ausschau nach Usern, die von sich schreiben „solvent“, „generös“, „gut situiert“ oder „großzügig“ zu sein. Habt ihr es mit jemandem zu tun, der sich ferner „Gentleman“ oder „Geschäftsmann“ nennt, könnt ihr davon ausgehen, einen zahlungswilligen Kunden aufgetan zu haben. Wenig Deutungsspielraum bietet das Kürzel „TGT“, was für „Treffen gegen Taschengeld“ steht.

Wir denken „NS“ (Natursekt) bedarf keiner weiteren Erklärung. „ONS“ aber vielleicht schon, was schlicht für „One Night Stand“ steht. „AV“… na, wer weiß es? Richtig, Analverkehr. Und wer als Maße „19x5“ angibt, spricht sehr wahrscheinlich nicht von der Körper-, sondern von der Penisgröße: 19 Zentimeter lang, 5 Zentimeter dick. Allerdings sollte man dabei nicht unbedingt vom Wahrheitsgehalt der Angaben ausgehen!

„BBW“ (Big Breasted Woman) beschriebt Frauen mit üppigem Vorbau. Und wo wir gerade dabei sind: „BV“ bedeutet Brustverkehr, auch als Spanisch bekannt. „PT“ steht für Partnertausch, und damit ihr keine weiteren bösen Überraschungen erlebt, schließen wir den lustigen Reigen der Abkürzungen mit dem Hinweis darauf ab, dass „TS“ für transsexuell steht und „KV“ für Kaviar… also im Sinne von Kot. Wir dachten, das solltet ihr wissen.

Quelle: berliner-kurier.de