iConsent: Dänemark startet neue Einverständnis-App für Sex – In Dänemark wurde eine neue App namens iConsent veröffentlicht. Diese nimmt sich des Themas Geschlechtsverkehr an, genauer gesagt der Einverständniserklärung dazu. Nutzer von iConsent können einander dabei für 24 Stunden ihre Zustimmung zum Sex erteilen – diese kann jederzeit wieder entzogen werden.

Die App speichert dabei verschlüsselte Daten. Sollte es also zu einer Situation kommen, die behördliche Ermittlungen notwendig macht, so können diese Daten Behörden wie der Polizei verfügbar gemacht werden. Dies wiederum wirft allerdings Datenschutzbedenken auf. Die App, die den Entwicklern zufolge auch als Ratgeber in sexualmedizinischen Fragen fungiert und noch dazu Links zu einschlägigen Diensten für Opferschutz bietet, hat den Entwicklern zufolge eine Hauptfunktion:

Eine „Gelegenheit zur Dokumentierung deiner Zustimmung zum Geschlechtsverkehr“ zu bieten. Dabei betonen die Entwickler: „Zustimmung in der App darf nie für sich alleine stehen, es liegt an dir und der anderen beteiligten Seite, Zustimmung sicherzustellen – und zwar vor, während und nach dem Geschlechtsverkehr.“ Diese Zustimmung wird auf gesicherten Servern gespeichert, wie es heißt, und Nutzer können ihren Verlauf jederzeit einsehen.

Behörden sollen die Daten nur im Falle einer Ermittlung zugänglich gemacht werden.

Die App erscheint infolge einer Stärkung der neuen dänischen Gesetze gegen sexuelle Gewalt, die von den Dänen verlangen, dass diese ihre explizite Zustimmung vor einem Geschlechtsverkehr erteilen. Der Gesetzesreform Ende 2020 war eine Ausdehnung der Begriffsdefinition des Wortes „Vergewaltigung“ vorausgegangen.

Damit ist nun jede Form von Sex gemeint, der nicht zuvor eine ausdrückliche und unmissverständliche Zustimmung erteilt wurde. Vor der Gesetzesreform hatte die Staatsanwaltschaft vor Gericht stets lückenlos nachweisen müssen, dass Gewalt oder Körperverletzung Begleitumstände eines sexuellen Akts in der Form waren, dass es einem Opfer einer Vergewaltigung unmöglich war, sich zu wehren.

Laut Zahlen des dänischen Justizministeriums werden jährlich 11.400 Frauen Opfer einer Vergewaltigung in dem Land. Dänemarks Justizminister Nick Haekkerup kommentierte seinerzeit die Gesetzesänderung: „Nun steht fest: Sollten nicht beide Beteiligten dem Sex einvernehmlich zustimmen, so ist dies eine Vergewaltigung.“

Die neue App iConsent, die am 1. Januar 2021 vom Stapel gelaufen war, steht in Dänemark allerdings auch in der Kritik. Eine Zeitung aus Kopenhagen mit Namen „Berlingske“ bezeichnete sie als „in etwa so sexy wie noch eine weitere Corona-Pressekonferenz“. Dem Artikel zufolge entferne die Nutzung einer solchen App „jede Art menschlicher Wärme“ aus dem Geschlechtsverkehr:

„Zuerst haben wir romantische Begegnungen durch das Internet verdrängt, wo wir uns zwischen den Algorithmen verstecken konnten. Jetzt haben wir auch eine App erschaffen, die jede Art von menschlicher Wärme von etwas entfernt, für das wir immer noch zusammen sein müssen: Sex.“

Quelle: ladbible.com