Amerika ist schon ein ulkiges Land – mit noch ulkigeren Gesetzen. Während man sich in so manchem Bundesstaat mit der Ausübung von Oralverkehr strafbar macht, oder darüber ärgert, dass man keine Kühe im Wohnzimmer halten darf, nutzt ein gewisser Larry Flynt das System seit gut 30 Jahren für einen Scherz aus.

Denn Larry Flynt ist der Herausgeber des Pornomagazins 'Hustler' und Amerika bekanntermaßen recht prüde. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass der respektlose Rebell dem US-Kongress schon lange ein Dorn im Auge ist. Und genau deshalb schickt Herr Flynt nun seit über 30 Jahren ungefragt jedem Abgeordneten monatlich per Post eine Ausgabe seines Schmuddelheftchens direkt auf den Schreibtisch. Und tatsächlich haben lediglich 20 Prozent der Empfänger ihr Abo wieder gekündigt.

Wie die Amerikaner nun mal sind, ließ eine Klage in den Anfangszeiten natürlich nicht lange auf sich warten. Die in der US-Verfassung verankerte Redefreiheit schließe laut Gerichtsurteil von 1986 jedoch auch das Recht mit ein, den Volksvertretern "kontroverse" oder "unwillkommene" Ansichten zu präsentieren und so Diskussionen anzustoßen. Abgesehen davon stelle es keine "übermäßige Last" für die Kongressleute dar, pro Monat ein "Hustler"-Exemplar zu bekommen. Immerhin müssten sie die Hefte ja nicht lesen, zumal es nicht vorstellbar sei, dass die Papierkörbe in ihren Büros nicht ausreichten, um die Pornohefte zu entsorgen.

Mittlerweile sind wie gesagt 30 Jahre vergangen, und die Zahl der Abos liegt immer noch bei 535. So manchen Republikaner macht das immer noch wütend, andere Politiker machen sich dagegen einen Spaß daraus, indem sie ihre Praktikanten nicht vorwarnen und sich am Gesichtsausdruck beim Öffnen der Post erfreuen. Larry Flynt selber sagt zu dem Thema: "Moses befreite die Juden, Lincoln die Sklaven, und ich wollte einfach die ganzen Neurotiker befreien."