Viele Menschen empfinden sie in der heutigen Zeit als lästig oder unansehnlich: Die Schambehaarung. Manche gehen sogar so weit und stellen die Behauptung auf, dieser natürliche Schutz sei auch unhygienisch. Doch jetzt warnt eine Ärztin: Dieser Trend zum Kahlschlag in den unteren Regionen sei nicht ohne Gefahren.

Emily Gibson vom Gesundheitszentrum der Western Washington University betrachtet diese Entwicklung hin zur enthaarten Intimzone in einem Essay für das Ärzteportal KevinMD gar als „fehlgeleitet“ und als Zurückwünschen in ein kindliches Stadium. Schließlich würden Menschen, die ihre Intimzone rasieren, auf diese Weise die „Resultate des hormonellen Heranwachsens“ entfernen. So ist Gibson auch überzeugt: „Schon vor langer Zeit haben Chirurgen erkannt, dass das Rasieren bestimmter Körperstellen vor Operationen das Infektionsrisiko erhöht, statt es zu senken.“

Der Sinn der Schambehaarung

Laut Emily Gibson schützt das Schamhaar vor Bakterien und Erregern und biete zugleich eine „Polsterung gegenüber Reibung, die Hautabrieb und Verletzungen verursachen könnte.“ Sex und körperliche Aktivitäten seien fördernd für weitere Infektionen im Bereich der Schleimhäute, denen durch die Rasur Tür und Tor geöffnet würden. Thesen, die der Münchner Dermatologe Dr. Timm Golüke nicht uneingeschränkt unterschreiben möchte:

Schamhaare als Polsterung hält er für „völligen Quatsch“ – die Dichte reiche nicht. Auch der Bakterienabwehr durch die Intimbehaarung widerspricht er, vielmehr sei erwiesen, dass gerade Keime schwer aus den Schamhaaren herauszubekommen seien. Darin liege auch die Gefahr, wenn man vor einer Rasur keine Vorsichtmaßnahmen und Hygiene walten lässt. Denn: „Es ist tatsächlich so, dass bei verschiedenen Enthaarungsmaßnahmen Mikroverletzungen entstehen, die Eintrittspforten für Viren darstellen können.

Entscheidend seien bei der Enthaarung verschiedene Faktoren, die von der Ausrichtung der Schambehaarung bis hin zur Dichte und der allgemeinen Hygiene reichten. Einen tieferen Sinn oder eine Funktion haben die Haare in den unteren Regionen indes nicht: „Es handelt sich dabei um Reste der rudimentären Behaarung, die in grauer Vorzeit als sexuelle Lockstoffe gedient haben“, so Dr. Golüke.

Quelle: stylebook.de