Datenschutz ist ja immer ein Problem, aber im Falle der überall aus dem Boden schießenden Dating-Apps kann es ganz besonders heikel werden! Und ausgerechnet bei diesen klaffen teils Sicherheitslücken, so groß wie Scheunentore! Denn die beim Download erteilten Zugriffsberechtigungen sind oft wie eine Einladung für Stalking-Angriffe, Schadsoftware und Phishing-Versuche.

Unter dieser Prämisse haben Experten von Singelboersen-Vergleich.de 15 deutsche Dating-Apps wie adoo, Tinder, PARSHIP, ElitePartner, Friendscout24, Zoosk und Lovoo hinsichtlich ihres Risikopotenzials mal genauer unter die Lupe genommen. Der Fokus lag dabei auf allen Zugriffsberechtigungen, die für die Nutzung einer App erteilt werden müssen. So zum Beispiel In-App-Käufe, Standortfreigabe oder der Zugriff auf Fotos, Kontakte und Dateien.

Das Ergebnis ist ernüchternd:

  • 93 Prozent der getesteten Dating-Apps können direkt auf Fotos und andere Dateien des Smartphones zugreifen.
  • 86 Prozent der Apps sammeln Standortdaten des Smartphones und können damit ein komplettes Bewegungsprofil des Nutzers erstellen, inklusive Wohnort, Arbeitgeber und Hobbys.
  • 13 Prozent der untersuchten Apps erlauben sich sogar den Zugriff auf die SMS-Kontakte und können so nicht nur Textnachrichten der Nutzer auslesen, sondern auch ohne deren Wissen versenden.

Pamela Moucha von Singelboersen-Vergleich.de warnt daher:

„Ein denkbares Szenario wäre, dass unautorisierte SMS-Bestellungen über Ihr Smartphone vorgenommen werden. Und Sie haben dann beispielsweise ein Jahresabonnement für Katzenspezialnahrung am Bein, das Sie nie bestellt haben.“

In Sachen Sicherheit schnitten die Dating-Apps klassischer Partnervermittlungen wie PARSHIP übrigens am besten ab, da diese am wenigsten Zugriffsberechtigungen erfordern.