Was es nicht alles gibt?! Oder wusstet ihr, dass die englische Literaturzeitschrift 'Literary Review' bereits seit 1993 den 'Bad Sex Award' vergibt, eine Auszeichnung für die schlechteste Sexszene in Schriftform? Offenbar scheinen Autoren wohl relativ häufig an dieser Hürde zu scheitern.

Preisträger in diesem Jahr ist der 55-jährige Nigerianer Ben Okri mit seinem Roman 'The Age of Magic'. Die Schlüsselszene, welche ihm diese zweifelhafte Ehre einbrachte, liest sich im Deutschen in etwa so:

„Als seine Hand ihren Nippel streifte, wurde ein Schalter umgelegt und sie war wie erleuchtet. Er berührte ihren Bauch, und es schien, als brannte seine Hand durch sie hindurch. Er verschwendete beiläufige Berührungen an ihrem Körper, und bittersüße Empfindungen fluteten ihr Hirn. Sie wurde Orten in sich bewusst, die nur von einem Gott mit Sinn für Humor dort versteckt worden sein konnten.“

Mit dieser … ähem … fantasievollen Beschreibung setzte sich Okri erfolgreich gegen alle Konkurrenten durch. Darunter auch:

  • Haruki Murakami („Schamhaar, so nass wie ein Regenwald“)
  • Michael Cunningham („Er hörte sich selbst vor Staunen nach Luft ringen“)
  • Richard Flanagan („Hände fanden Fleisch, Fleisch, Fleisch. Er fühlte das unwahrscheinliche Gewicht ihrer Wimper mit seiner eigenen. Er küsste den leichten, rosigen Abdruck ihrer Strumpfhose, der um ihren Bauch verlief wie der Äquator um die Erde“)

Wir beglückwünschen Okri zu seinem Sieg, daneben aber auch für seine Lektorin, welche den Preis mit viel Humor stellvertretend für ihn entgegennahm und dabei sagte: „Diesen Award zu gewinnen, ist lustig, aber auch ein bisschen unwürdig – so wie Sex, wenn man ihn richtig macht.“

Recht hat sie!