Weniger Einnahmen durch Benzinsteuer: E-Autofahrer sollen Sondergebühren zahlen – „Die Zukunft der Automobilindustrie ist elektrisch.“ Bei diesem Zitat handelt es sich nicht um einen Wahlslogan der Grünen oder das Kampfgeschrei eines Autobauers, sondern um eine Aussage des US-amerikanischen Präsidenten Joe Biden anlässlich einer Testfahrt in einem elektrisch angetriebenen Ford F 150.

Denn auch Amerika möchte möglichst viele E-Autos auf die Straße bringen, um den CO2-Ausstoß bis 2030 zu halbieren

Das Ganze hat aber einen Haken: Steigt der Marktanteil an Elektroautos, sinken im Gegenzug die Einnahmen aus der Benzinsteuer. Fast 30 Bundesstaaten haben sich von daher dafür entschieden, eine Sondersteuer oder -gebühr für elektrische Fahrzeuge einzuführen.

Der Hintergrund ist, dass Straßen und Brücke durch die Benzinsteuer instandgehalten werden. Wer nicht tankt, muss diese jedoch nicht entrichten, obwohl er ebenfalls die Straßen nutzt.

Für Andrew Learned, Senator in Florida, ist die Extra-Steuer für E-Autos von daher eine Frage der Gerechtigkeit. Wie der Demokrat im Lokalfernsehen erklärte, müsse jeder seinen Anteil zahlen. Ob er nun einen 90.000 Dollar Tesla fahre oder einen 20.000 Dollar Benziner.

Die Benzinsteuer spült jährlich rund vier Milliarden Dollar ins amerikanische Staatssäckel

Wird weniger getankt, fehlt es an Mitteln für die Infrastruktur. Learned ist nicht der Einzige, der deshalb eine jährliche Extragebühr von umgerechnet 114 Euro von E-Autofahrern in Florida fordert.

In Oklahoma geht man einen anderen Weg. Dort werden an bestimmten Ladestellen pro Kilowattstunde drei Cent zusätzlich berechnet. Dazu kommen jährlich weitere 93 Euro, um das Fahrzeug in dem Bundesstaat registrieren zu lassen. Plug-in-Hybride kommen günstiger weg.

Mittlerweile hat sich die Debatte auf die Bundesebene ausgeweitet

Senatorin Susan Collins von den Republikanern moniert mit Blick auf E-Autobesitzer: „Im Moment sind sie Trittbrettfahrer, denn sie bezahlen keine Benzinsteuer.“ Sie möchte mithilfe einer Art Infrastrukturabgabe das große Infrastrukturpaket des Präsidenten stützen. Allerdings steht die Regierung dem entgegen, möchte diese doch die Förderung von E-Autos nicht mit Sondersteuern torpedieren.

Quelle: tagesschau.de