Wer seinen VW-Diesel noch nicht für ein Software-Update in die Werkstatt gebracht hat, sollte seinen Postkasten dieser Tage im Auge behalten. Zulassungsbehörden haben deutschlandweit damit begonnen, müßige Halter zu ermuntern, umzurüsten. Vier Wochen Zeit hat man, auf die Erinnerung zu reagieren, sonst werden die Autos stillgelegt. Etwa 90 VW-Fahrzeughaltern hat man dies laut Informationen von „Süddeutscher Zeitung“, NDR und WDR bereits schriftlich nahegelegt. Zehn Fahrzeuge wurden schon stillgelegt – insbesondere VWs Pritschenwagen Amarok ist betroffen.

Ganze 2,4 Millionen Autos müssen laut Anweisungen des Kraftfahrtbundesamtes mit einer neuen Software ausgestattet werden, um den Ausstoß des giftigen Stickoxids in den Abgasen zu senken. Betroffen ist der Motor EA 189, der in bestimmten Skodas, VWs, Seats und Audis montiert ist. Auch für erste Varianten des Audi A4 mit 2-L-Dieselmotor wurden Aufforderungen verschickt, ebenso verstreicht für manche Golf- und Passat-Modelle demnächst die Frist. 200.000 Betrugsdiesel könnten bundesweit betroffen sein, weil ihre Halter das nötige Software-Update noch nicht durchgeführt haben. Auch andere diese Wagen aus dem Hause VW sind betroffen.

Notfalls wird Stilllegung polizeilich durchgesetzt

Bestimmte Porsche Cayenne, VW Touareg und einige Audi A8 sind darunter. VW meldet dabei dem KBA sämtliche Fahrzeuge mit veralteter Software, das KBA verständigt wiederum die Zulassungsstellen. Eine gebührenfreie Erinnerung wird an die Halter verschickt, zu der sie sich äußern können – kommt keine Antwort, folgt eine zweite Aufforderung. Wird auch auf diese nicht reagiert, erfolge gegebenenfalls die Stilllegung, heißt es vom Kreisverwaltungsreferat München. Dabei werde der Fahrzeugschein eingezogen und das Kennzeichen entstempelt – nötigenfalls auch mit Unterstützung der Polizei.

Auch andere Zulassungsstellen gaben nahezu einhellig bekannt, dass sie nach dem Verstreichen der letzten Frist mit der Stilllegung der Fahrzeuge beginnen werden. Dabei scheint es von den jeweiligen Beamten und Bundesländern abzuhängen, wie hart durchgegriffen wird: In Stuttgart etwa werde bei jedem Einzelfall geprüft, ob der Halter gewichtige Gründe anführen könne, warum er noch nicht umgerüstet hat. Ebenso kann eine Stilllegung durch erhobene Klagen vorerst gestoppt werden.

Quelle: sueddeutsche.de