Es gibt sicherlich viele Gründe, über die deutsche Straßenverkehrsordnung zu schimpfen. Dennoch sollten wir froh sein, sie zu haben. Denn jeder, der mit seinem Wagen mal ins Ausland gefahren ist, wird nach seiner hoffentlich heilen Rückkehr die strengen Regeln der StVO mit ganz anderen Augen sehen und sehr viel wohlwollender beurteilen. Denn in vielen Ländern gilt nicht „Rechts vor Links“ sondern eher „Das Recht des Stärkeren“.

Nehmen wir das folgende Video als Beispiel. In diesem sehen wir, wie sich der Fahrer – oder vielleicht die Fahrerin? Wir sind uns da nicht ganz sicher – in eine missliche Lage beim Einparken bugsiert hat. Jedes fahrgeschulte Auge hätte schon im Vorfeld erkennen müssen, dass der Wagen nicht in die Lücke passt, aber es gibt ja nun mal immer solche Spezies. Hierzulande wäre die Nummer jedenfalls damit zu Ende gegangen, dass der Fahrer oder die Fahrerin einfach wieder ausparkt und sich ein anderes Plätzchen sucht. Wir hätten uns darüber lustig gemacht, dass da jemand nicht parken kann und das wär's dann gewesen.

Das Video wurde jedoch nicht in Deutschland aufgenommen, weshalb der Fahrer, oder die Fahrerin, auch nicht aussteigt, um zu checken wie er oder sie da wieder herauskommt, sondern wie man da doch noch reinkommt. Eine Lösung ist schnell gefunden: Der vordere Wagen muss ganz einfach etwas weggeschoben werden. Logisch eigentlich, bei uns allerdings undenkbar.

Wir haben uns sagen lassen, dass ein solches Vorgehen in Barcelona zum Beispiel Usus zu sein scheint, weshalb dort auch alle Autos verbeult sind. Tja, wir sind vielleicht ein Land der Dichter und Denker, aber einfache Problemlösungsstrategien sind wohl nicht so unser Ding.