Jetzt kommt die ganz dicke Retro-Keule: Erinnert ihr euch noch an Dudu, den Wunderkäfer? Den gelben VW, der die Hauptrolle in einer deutschen Filmreihe aus den 70ern spielte und über unzählige Gadgets und Fähigkeiten verfügte? Eine davon bestand darin, dass Dudu seine Reifen um 90 Grad drehen und somit seitwärts fahren konnte, was beim Einparken natürlich immens praktisch war. Oder war das am Ende doch Herbie? Egal … wir haben uns jedenfalls schon als Kind gefragt, warum niemand dieses Feature in echt baut, und mussten ob des nun folgenden Videos wieder spontan daran denken.

Denn darin stellt ein findiger Tüftler namens William Liddiard eine grandiose Erfindung vor: omnidirektionale Reifen. Dank des, wie Liddiard es nennt, „all-way drive“ kann sich ein damit ausgestattetes Fahrzeug quasi aus dem Stand in jedwede Richtung bewegen und auf der Stelle drehen, indem es förmlich über den Boden gleitet. Selbstverständlich ist auch die klassische Vorwärts-Rückwärts-Fortbewegung möglich.

Einer für alle

Das coole an dieser Erfindung ist, dass die Reifen nicht an ein bestimmtes Fahrzeug gekoppelt sind, wie es zum Beispiel bei ähnlichen Konzepten des Militärs der Fall ist. Wenn die Größe passt, kann Liddiards „all-way drive“ an jedwedem Auto angebracht werden, da alle nötigen Komponenten bereits im Reifen selbst verbaut sind.

Den Kern bildet dabei eine mit motorisierten Rollen ausgestattete Felge, die in der Lage ist, den aufgezogenen Gummireifen – in dem sich ein Ring mit weiteren Motoren befindet – in sich zu drehen. Jeweils zwei dieser Einheiten bilden schließlich ein ganzes Rad. Bewegen sich nun alle vier Reifen auf diese Art und Weise in die gleiche Richtung, gleitet der Wagen zur Seite. Drehen sich Vorder- und Hinterreifen entgegengesetzt, dreht sich das Auto.

Liddiard plant, im Laufe des nächsten Jahres mit diversen Größen unterschiedliche Märkte zu erobern. Wir sind gespannt, ob es klappt – und ob der „all-way drive“ bald zur Standardausstattung eines jeden Autos gehört.