Menschen lieben Underdog-Geschichten. Storys von dem Kleinen, der es den Großen mal so richtig zeigt. Oder vom hässlichen Entlein, von denen, die unterschätzt werden, bis sich ihre inneren Werte offenbaren. Bei diesem T1-Transporter, einem wirklich klassischen Bulli, offenbaren sich die Werte, wenn man auf das Gaspedal tritt. Wie dieser unscheinbare Wagen einen Ferrari versägt, ist einfach nur beeindruckend.

Es könnte – und wir schießen hier nur uns Blaue – etwas mit der Tatsache zu tun haben, dass als Herz des T1 ein getunter Porsche-993-Bi-Turbo-Motor werkelt. Der schirrt mal eben monströse 530 Pferdchen an den ach so schmucklosen Bulli und verwandelt den Transporter so ganz nebenbei in eine absolute Höllenmaschine.  

Verantwortlich dafür ist der Tüftler Fred Bernhard aus der Schweiz. Auf Basis eines T3-Chassis, das er um 21 Zentimeter verbreiterte, entstand die Hülle, der Käfig für diese wahren Herden an edlen Rössern. Bernhard verbaute auch den Porsche-Motor, der mit seiner 3,6-Liter-Twin-Turbo-Maschine diese atemberaubende Power auf die Strecke bringt, vor der sich eben auch ein Ferrari F355 geschlagen geben muss. Der Sinn des Ganzen ist nicht pure Angeberei, sondern ein Rennen zugunsten behinderter Menschen, bei dem diese in Supersportwagen aller Art über die Rennstrecke in Monza kutschiert wurden. Den Bulli dürften sicher noch andere Wagen übertroffen haben, was den Speed betrifft – doch nicht in Sachen gleichzeitiger Transportkapazität …