Es war einmal, vor gar nicht allzu langer Zeit, da lebte auf einer fernen Insel der Dorfdepp Dummwiestroh. Immer dann, wenn Dummwiestroh langweilig war – was oft geschah, weil er nicht viele Freunde hatte – stibitzte er die silberne Kutsche seines Vaters und ließ die Peitsche so laut knallen, wie er konnte. Dummwiestroh liebte es, schnell wie ein Pfeil dahinzusausen und den Wind an seinem Basecap zu spüren, doch dem örtlichen Büttel behagte dies so gar nicht.

Dieser war ein ehrbarer und gesetzestreuer Mann, der gemeinsam mit seinem Weibe auf der Straße beflissen für Zucht und Ordnung sorgte. Und so ertappte er eines Tages auch Dummwiestroh auf frischer Tat, als dieser wieder einmal wie ein Derwisch über den Asphalt pflügte.

„69 in einer 50er Zone. Dieser Narr fährt viel zu schnell“, ereiferte sich der Büttel, stellte den sträflichen Schuft und schickte sein Weib, ihn zur Kasse zu bitten. Nun war es beileibe nicht das erste Mal, dass Dummwiestroh den Ordnungshütern wegen mannigfaltiger Fehltritte ins Netz gegangen war. Die Gerichtsbarkeit hatte ihn zuletzt gar mit einem Fahrverbot zu belehren versucht, das erst kürzlich seine Gültigkeit verloren hatte. Doch wie die Geschichte zeigen sollte, gehörte Lernen ebenso wenig zu Dummwiestrohs Stärken wie verständliche Artikulation.

Kaum dass die Frau des Büttels von ihm abgelassen hatte, schoss Dummwiestroh die Ermahnung in den Wind, gab abermals Gas und jagte davon, seinen Zorn gen Bette zu tragen. Nun war auch dem nimmermüden Büttel klar, dass er es hier mit einem ausgemachten Vollidioten zu tun hatte. Also setzte er dem erzürnten Dummwiestroh abermals nach, um diesem gleich noch ein zweites Ticket zu verpassen, auf dass die Flitzpiepe irgendwann begreifen möge, was es mit diesen Schildern am Straßenrand auf sich habe.

Und die Moral von der Geschicht: Es gibt sehr, sehr dumme Menschen!