Sieht man sich die Aufnahmen von Verfolgungsjagden an, erkennt der Laie darin vermutlich nicht mehr als ein willkürliches Gerangel, während das geschulte Auge gezielte Manöver zu benennen vermag. Eines davon möchten wir euch am Beispiel des folgenden Videos demonstrieren: Das sogenannte PIT-Manöver, welches es den Beamten ermöglicht, einen Flüchtigen in seinem Auto zu stoppen, ohne dass es dabei zugeht wie in einem Michael-Bay-Film.

PIT steht unter anderem für „Pursuit Intervention Technique“ und beschreibt eine Taktik, die darauf abzielt, den Fluchtwagen abrupt seitwärts zu drehen, so dass der Fahrer die Kontrolle über das Fahrzeug verliert und anhält. Freilich ist dieses Vorgehen nicht in jeder Situation angebracht und entsprechend umstritten. Dass die Technik jedoch funktioniert, steht außer Frage, stammt das Manöver doch ursprünglich aus dem ruppigen Stock Car Racing.

Das Ganze funktioniert ganz grob umrissen folgendermaßen: Der Verfolger fährt an den Verfolgten heran, und touchiert mit seiner Front zunächst noch vorsichtig das Heck des Fliehenden. Dann lenkt Erstgenannter scharf in Richtung des Ziels und beschleunigt dabei, bis die Reifen des Verfolgten ihren Halt verlieren und das Fahrzeug ins Schleudern gerät, woraufhin es im Idealfall zum Stehen kommt. Da der Wagen dadurch natürlich nicht fahruntüchtig gemacht wird, ist üblicherweise eine zweite Polizeieinheit zur Stelle, um den Fliehenden sofort zu sichern.

Klingt nach Präzisionsarbeit und ist es auch, weshalb oft auch die Rede von „Precision Immobilization Technique“ ist. Aber wie man es auch nennt, am Ende zählt nur, dass das Manöver klappt, ohne dass jemand dabei ernsthaft zu Schaden kommt. Und auch wenn sich der verfolgte Wagen im Video etwas mehr dreht als gewollt, erlitt das fliehende Pärchen im Van lediglich leichte Verletzungen.