Es ist an sich eine feine Sache mit seinem Auto unterwegs zu sein, den Asphalt unter den Reifen zu spüren und einfach drauflos zu fahren. Allerdings kann der monotone Sound der Straße auf Dauer ganz schön ermüdend sein. Freilich hat man, um dem entgegenzuwirken, sein Autoradio laufen, aber wir sind uns sicher: Auf einer ganz besonderen Strecke im kalifornischen Lancaster würdet ihr es ausstellen. Denn hier sorgt die Straße selber für Musik.

Auf der sogenannten Musical-Road in der Avenue G erzeugen eigens dafür angelegte niedrige Schwellen auf dem Straßenbelag beim Drüberfahren nämlich Geräusche, die vom Abstand her so aufeinander abgestimmt sind, dass daraus ein Lied wird. In diesem Falle das Finale der Wilhelm Tell Overture von Gioachino Rossini, die manche von euch vielleicht besser als die Titelmelodie des Lone Rangers kennen.

Ursprünglich als Werbeaktion geplant, war die Musical-Road in Lancaster die erste ihrer Art in den USA. Global gesehen stammt die Idee jedoch aus Dänemark, wo zwei Künstler bereits 1995 mit ihrem sogenannten „Asphaltophone“ für diese ganz besondere Form der Beschallung sorgten. 

Weitere Musical-Roads wurden in Japan, Südkorea und kurzzeitig auch in den Niederlanden installiert. Nachdem die Anwohner des friesischen Örtchens Jelsum jedoch auf Dauer von der örtlichen Hymne extrem genervt waren, die bei zu hoher Geschwindigkeit auch noch völlig schief klang, wurden die Sound-Schwellen wieder entfernt.