Das Verkehrschaos auf deutschen Straßen nimmt immer weiter zu. Insbesondere in Innenstädten kann man zu den Stoßzeiten von "Autofahren" im eigentlichen Sinne kaum noch sprechen. Es ist eher so, als kröche ein ewig langer blecherner Wurm gemächlich vor sich hin. Um dieses Problem in den Griff zu bekommen müssen Lösungen her. Und eine eben solche präsentierte kürzlich das Beratungsunternehmen 'Berylls Strategy Advisors': Roboter-Taxis!

Die Idee dahinter sieht vor, für 99 Euro eine Art Monatsticket für die Nutzung autonomer Taxis zu erwerben. Damit läge man finanziell deutlich unter den Betriebskosten eines herkömmlichen Pkws und auch die ewige Parkplatzsuche hätte damit ein Ende. Wie die umfassenden Simulation von Verkehrsströmen im Großraum München gezeigt hat, ließe sich mit rund 18.000 solcher Robotaxen, dieselbe Personenanzahl befördern wie mit 200.000 privaten PKWs, was den Verkehr auf der Straße natürlich entsprechend entlasten würde. Selbst an die Pendler hat man mit der Einrichtung von sogenannten "Mobilitätshubs" an den Außengrenzen der Innenstadt gedacht, wo man an den heutigen Park-and-Ride-Parkplätzen in die vollautomatischen Taxis umsteigen könnte.

Begleitet von Wissenschaftlern der Technischen Universität München sieht die Studie dabei den Einsatz von zweisitzigen Elektro-Fahrzeugen vor, die mit vollgeladener Batterie eine Reichweite von 150 Kilometer haben und sich in weniger als 30 Minuten komplett aufladen lassen. Laut den Erkenntnissen der Simulation kämen die Robotaxen dabei auf eine tägliche Auslastung von 50 Prozent und würden im Schnitt mit 33 Fahrten je 211 Kilometer zurücklegen. Zum Vergleich: Privat genutzte Pkw kommen pro Tag gerade mal auf eine Auslastung von 5 Prozent.

Günstiger als selber fahren!

Eine derart hohe Auslastung führt in der Folge zu günstigen Mobilitätskosten von gut 0,16 Euro je Kilometer Fahrt. Das entspräche in etwa dem Kostenniveau des öffentlichen Nachverkehrs und ist damit deutlich günstiger als der Betrieb eines privaten Pkw, für den hinsichtlich Kraftstoffkosten, Wartung und Wertverlust durchschnittlich 30 Cent pro Kilometer fällig werden.

In Verbindung mit einer intelligenten Steuerung des Verkehrssystems könnte man nach Angaben der Studienautoren auch die innerstädtische Parksuchverkehr "praktisch eliminieren". Ein entscheidender Punkt, da ganze 30 Prozent der gesamten Verkehrsbelastung auf die leidige Parkplatzsuche entfallen. Zwar ließen sich auch mit einem dergestalt automatisierten Verkehr letztlich nicht alle Stauprobleme lösen, doch in einem Robotaxi könnte man die Wartezeit immerhin sinnvoll nutzen.

Allerdings sind wir in technischer Hinsicht noch lange nicht soweit, ein derartiges System in die Realität umzusetzen. Immerhin müssten die rein computergestützten Fahrzeuge den Großstadtdschungel dazu unfallfrei bewältigen können, erratische menschliche Verhaltensweisen verlässlich voraussagen, Tiere und abbiegende Radfahrer fehlerfrei erkennen, Verkehrshindernissen wie in zweiter Spur parkenden Liefer-Lkws ausweichen und menschliches Hupen richtig interpretieren. Und davon sind wir faktisch noch Jahrzehnte entfernt.

Quelle: manager-magazin.de